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Schaufensterdesign

Blickfang und Aushängeschild im Einzelhandel

Mit einem Blick soll die Zielgruppe wissen, was sie erwartet und Lust auf mehr machen. Gerade in Zeiten, in denen viele Menschen online ihre Käufe erledigen, ist eine attraktive Schaufenstergestaltung das Um und Auf. Wie wird die Auslage zum absoluten Hingucker?

Sie sind fantasievoll, verspielt, bunt oder nach einem bestimmten Konzept gestaltet, sie sollen alle Blicke auf sich ziehen und in weiterer Folge Kunden ins Geschäft bringen. Die Rede ist von Schaufenstern oder Vitrinen, die eine wichtige Rolle im Einzelhandel einnehmen. Im Geschäft geht es weiter mit dem Visual Merchandising oder dem Shop Design, eben der Gestaltung von Verkaufsräumen. Wir haben drei Unternehmerinnen, die sich beruflich mit dem Thema auseinandersetzen, gefragt, wie sie die Gestaltung von Auslagen anlegen. Beruflich zählen die Schaufensterdekorateure zu den Werbearchitekten und sind damit Mitgliedsbetriebe der Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation. Mehr Information über die Berufsgruppe gibt es am Ende des Artikels. Wie in der Branche üblich, sind wir per Du.

Inspirieren, überzeugen und Kunden ins Geschäft ziehen.

Verena Wurm ist seit über 20 Jahren im Geschäft, vor fünf Jahren gründete sie ihr eigenes Unternehmen „Schau ins Fenster“ mit Sitz im Gewerbepark Traiskirchen im Bezirk Baden. Ein Jahr nach der Gründung wagte sie den nächsten Schritt und übernahm eine Firma im Bereich Dekoration, seither bietet sie zusätzlich hochwertige Dekogegenstände zum Mieten an.

In Herzogenburg beheimatet ist Andrea Mahrl mit ihrem Unternehmen DECOARCHITEKT. Sie ist seit 28 Jahren als selbstständige Dekorateurin und Werbearchitektin tätig und bringt das richtige Gespür sowie das notwendige Know-how mit, um die Bedürfnisse ihrer Kunden zu erkennen und die passenden Lösungen zu entwickeln. Ihr Motto: Mit wenig Aufwand viel erreichen!

Hofer Media, ein Familienbetrieb mit Stammsitz in Retz und seit über 30 Jahren am Markt, betreibt neben einer Druckerei und einer Werbeagentur zahlreiche Buchhandlungen im Wein- und Waldviertel, die mit dem Namen Frau Hofer am Markt auftreten. Juniorchefin Kathrin Hofer ist Grafikdesignerin und gestaltet gemeinsam mit Seniorchefin Inge Hofer und ihrem Team liebevoll die Auslagen der Buchhandlungen.

Werbemonitor: Was macht ein Schaufenster zum Hingucker?

Verena Wurm: Bei meinen Stammkunden kommt es bei laufender Auslagengestaltung auf die Abwechslung an, denn es gehen oft dieselben Menschen an den Schaufenstern vorbei, z. B. am Weg zur Arbeit. Der Hingucker ist einmal ein Motto, ein anderes Mal die auffällige Farbe, der Stilbruch, dann wieder etwas Liebliches, Verspieltes … Ich achte bei meinen Schaufenstergestaltungen darauf, dass möglichst viele verschiedene Kundengruppen angesprochen werden.

Andrea Mahrl: Im Mittelpunkt steht für mich, die Harmonie zwischen Produkt, Marke und Dekoration herzustellen, also das perfekte Zusammenspiel zwischen Ware und Blickfang. Dennoch sollte klar ersichtlich sein, was Ware ist und was zur Deko gehört! Für mich kommt es auf folgende Elemente an: (Weiten-)Wirksamkeit und Harmonie, Provokation durch Einsatz von Farbe, Form, Linienführung, Bewegung, Akustik, Licht, Marke (CI) und Text (Slogan).

Jedes Projekt hat seine „Personality“, die es in Szene zu setzen gilt. Andrea Mahrl

Kathrin Hofer: Es steht ein Thema im Mittelpunkt, das als Blickfang fungiert bzw. einen markanten Punkt setzt. Wichtig sind Kontraste. Als Grafikdesignerin habe ich ein sehr gutes Gespür für Farben, Schriften, Kombinationen und mehr.

Werbemonitor: Wie geht ihr es an?

Verena Wurm: Die Ware steht im Mittelpunkt, wobei ich versuche, den Geschmack meines Kunden, der zumeist der Geschäftsinhaber ist, zu treffen. Denn genau dieser möchte ja seine Kunden ins Geschäft bringen. Ich bin in verschiedenen Branchen tätig, die unterschiedliche Ansprüche haben. Der Blickfang und Aufbau der Warenträger bei z. B. einem Optiker sind andere als bei einem Raumausstatter. Die Geschäftslokale in derselben Branche sind oft ganz unterschiedlich, ebenso die Herangehensweise der Geschäftsleitung, wie ein Schaufenster auszusehen hat. Ich gehe dabei sehr individuell auf meine Kunden ein.

Eine gut durchdachte Präsentation weckt Emotionen und regt den Verkauf an. Verena Wurm

Kathrin Hofer: Ich setze ein Thema in den Fokus, z. B. Schule, Garten, Reisen, Musik oder Tiere. Dann geht es daran, die Farbschemen zu definieren. Für mich und mein Team ist ein sauberes Schaufenster enorm wichtig. Das scheint zwar auf den ersten Blick logisch zu sein, aber offensichtlich sehen es nicht alle so.

Andrea Mahrl: Ich führe im ersten Schritt ein persönliches Gespräch zur Zielerfassung und besichtige die Gegebenheiten vor Ort. Danach erfolgen die Konzeption und Kostenerstellung sowie die Konzeptpräsentation. Wichtig ist mir dabei, mich in meine Kunden, deren Marke und Soriment einzufühlen und durch ein adaptiertes oder komplett neues Konzept die bisher „schlummernden Vorzüge“ herauszufiltern und zielorientiert in Szene zu setzen.

Werbemonitor: Wie können Auftraggeber feststellen, ob das Konzept passt?

Verena Wurm: Eine gut durchdachte Präsentation weckt Emotionen, die wiederum dafür sorgen, dass ein Produkt gekauft wird. Wer kennt es nicht: Man geht bei einem Schaufenster vorbei, sieht etwas im Augenwinkel, bleibt plötzlich stehen, geht ins Geschäft und kauft es. Genau dieser Impuls bringt einerseits Kunden, andererseits hebt sich das stationäre Einkaufserlebnis vom Onlinehandel ab. Umso wichtiger ist es, die potenziellen Kunden mit visuellen Produktinszenierungen abzuholen.

Andrea Mahrl: Ob du recht hast oder nicht, sagt euch jetzt das Licht – fällt mir dazu spontan ein. Spaß beiseite, wenn das miteinander erarbeitete Konzept stimmig ist, stellt sich der gewünschte Erfolg ein.

Kathrin Hofer: Wir bekommen ein positives Feedback oder Lob der Kunden. In der Pandemiezeit haben wir sogar direkt durch die Auslage verkauft. Die Kunden haben auf ein Buch gezeigt und es war klar, worum es geht. Vor allem merken wir den Erfolg an den Verkaufszahlen der Artikel.

Werbemonitor: Was war euer Lieblingsprojekt bisher? Was war daran besonders?

Andrea Mahrl: Das ist schwer zu sagen, da jedes meiner Schaufensterprojekte ab dem Zeitpunkt, an dem ich mich hineinfallen lasse, mein Lieblingsprojekt ist. Sie sind alle verschieden und haben ihre eigene „Personality“. Die gilt es ja schlussendlich, in Szene zu setzen.

Kathrin Hofer: Wir haben einmal eine Kinderbuchlesung mit dem Siebenschläfer als Walking Act gekoppelt. Beim Thema Hochzeit und Gästebücherdeko stellte mein Team eine als Braut verkleidete Schaufensterpuppe in die Auslage und ein uralter Holzofen mit Kochplatte war mit Kochbüchern dekoriert.

Wir merken den Erfolg an den Verkaufszahlen der Artikel. Kathrin Hofer

Verena Wurm: Ich mag es besonders, wenn ein Kunde ein Motto oder einen Slogan bewerben möchte. Einmal lautete die Aufgabe, die lokale Zeitung in den Mittelpunkt zu rücken. Dafür habe ich eine Schaufensterpuppe mit der aktuellen Ausgabe tapeziert – in jedem Fall ein Hingucker. Die Puppe steht jetzt dauerhaft in der Redaktion!

Werbemonitor: Fazit und Tipps?

Kathrin Hofer: Es macht Sinn, mindestens einmal am Tag mit dem Blick von außen in die Auslage zu schauen und als Kunde das Schaufenster wahrzunehmen. Denn von innen sieht alles anders aus. Ein Tipp: Immer wieder neue Anordnungen herstellen, damit es den Stammkunden nicht „langweilig“ wird.

Verena Wurm: Das perfekte Auslagendesign spricht an, ohne aufdringlich zu sein und lässt eine angenehme, zum Kauf anregende Stimmung entstehen.

Andrea Mahrl: Ich finde es sehr wichtig, dass man als „Gestalter/Designer“ seinen eigenen Stil findet, experimentierfreudig ist, sich innovativ weiterentwickelt und hinter seinen Ideen steht.

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