Mag. Dieter Walla

Mag. Dieter Walla &
Partner Steuerberater OG

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Steuer-Vermischtes

Corona? Nein danke, ich trinke lieber österreichisches Bier ... Der Steuerberater mit dem guten Kaffee macht Ihnen in diesem Beitrag unterschiedliche Themen schmackhaft und hofft, Sie mit der Lektüre in bewährter Art und Weise zu unterhalten. Sicher ist die eine oder andere Neuigkeit dabei. Dann geht er auf ein Bier. Und nein, es wird kein Corona sein.

Bewirtungskosten

Womit wir schon beim Thema sind … Geschäftsessen, also Kosten für die Bewirtung von Geschäftsfreunden, sind im zweiten Halbjahr 2020 nicht nur zu 50 Prozent, sondern zu 75 Prozent steuerlich absetzbar.

Profitieren davon sollen zum einen die Wirtshäuser, die dadurch höhere Gästezahlen haben sollen, und zum anderen die Gewerbetreibenden, die in angenehmer Atmosphäre die schwächelnde Wirtschaft wieder ankurbeln sollen. Diese Geschäftsessen müssen, so wie bisher, überwiegend beruflich veranlasst sein und der Geschäftsanbahnung dienen.

Dass im gleichen Atemzug die Mehrwertsteuersätze für Umsätze in der Gastronomie auf 5 Prozent gesenkt wurden, ist doppelt erfreulich. Als weitere Erleichterung wurde verkündet, dass die Registrierkassen nur so weit es technisch möglich und zumutbar ist, auf den neuen Steuersatz umgestellt werden müssen. Es ist also völlig in Ordnung, wenn auf einem Konsumationsbeleg weiterhin die 10- und 20-prozentigen Umsätze ausgewiesen sind und irgendwo auf dem Kassenbon vermerkt ist (auch handschriftlich), dass derzeit nur 5 Prozent Mehrwertsteuer anzuwenden sind. Dass diese Regel seltsame Blüten treibt, sei nur am Rande erwähnt. So kann es Ihnen derzeit passieren, dass Sie bei einem Fleischhauer mit Imbiss eine warme Leberkäsesemmel mit der Beaufschlagung von 5 Prozent Mehrwertsteuer erwerben, die gleichzeitig gekaufte Wurstsemmel aber mit 10 Prozent Mehrwertsteuer verrechnet werden muss. Begründet wird diese Ungleichbehandlung damit, dass die warme Leberkäsesemmel ja, als warme Speise, zum sofortigen Verzehr gedacht ist und damit dieser Verkauf einem Umsatz in einem Restaurant gleichzusetzen sei, während die Wurstsemmel, die ja an sich kalt ist, nicht darunterfällt.

Da Sie aber Geschäftsfreunde ohnehin nicht mit Leberkäse- oder Wurstsemmeln bewirten, sei das nur zur Aufheiterung erwähnt. Der Tipp des Steuerberaters mit dem guten Kaffee lautet daher: Bitte nutzen Sie die erhöhte Absetzbarkeit von Geschäftsessen und notieren Sie sich am Beleg, mit wem Sie essen waren. Das erhöht die Beweisbarkeit im Fall einer steuerlichen Prüfung. In diesem Sinne: Mahlzeit und PROST!

 

Neustartbonus

Sollten Sie in der  glücklichen Lage sein, dass Ihr Unternehmen voll ausgelastet ist und Sie sogar noch weitere Mitarbeiter benötigen, hat sich das AMS eine neue Förderung einfallen lassen: den Neustartbonus. 

Im Wesentlichen geht es um eine Förderung, die dann ausbezahlt wird, wenn ab dem 15. Juni 2020 bis zum 30. Juni 2021 Arbeitsverhältnisse im Ausmaß von mindestens 20 Wochenstunden neu geschaffen werden und die offene Stelle dem AMS bekannt war. Das AMS fördert die Differenz zwischen dem aktuellen Nettoeinkommen und dem Betrag, der rund 80 Prozent des Bezugs vor der Arbeitslosigkeit entspricht. Dies soll Betrieben, die krisenbedingt nicht ausgelastet sind, die Einstellung neuer Mitarbeiter erleichtern.

 

Kurzarbeit

Dieses Wort fügt Lohnverrechnern im ganzen Land mittlerweile Schmerzen zu. 

Kurz umrissen ist der Gedanke der Kurzarbeit, dass Mitarbeiter zeitlich begrenzt weniger arbeiten und der Arbeitgeber nur die geleisteten Stunden bezahlen muss. Die vom Arbeitnehmer nicht geleisteten Ausfallsstunden bekommen die Mitarbeiter vom Staat ersetzt. Insgesamt, so die Hoffnung, ist diese Vorgehensweise billiger, als die Mitarbeiter zu kündigen. Wie zu erwarten war, sind sämtliche Beteiligten, also Gewerbetreibende, Lohnverrechner, das AMS und die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) mit dem Ansturm nicht gut zurechtgekommen, bedingt durch den Umstand, dass das Abrechnungssystem mehrfach geändert wurde. Jetzt scheint sich ein Abrechnungsmodus gefunden zu haben und so wurde verlautbart – wiederum in der Hoffnung, dass die Arbeitslosenzahlen nicht wieder in die Höhe schnellen –, dass ab 1. Oktober 2020 die Kurzarbeit auf Antrag um weitere sechs Monate verlängert werden kann. Näheres sollten die Lohnverrechner Ihres Vertrauens wissen, doch bitte wundern Sie sich nicht, wenn die Antworten dieser Herrschaften aktuell etwas knapper oder gereizter ausfallen, die Lohnverrechner arbeiten seit März auf Hochtouren.

 

Homeoffice

Im Rahmen des Lockdowns haben viele Unternehmer erkannt, dass das Arbeiten von zu Hause aus eventuell doch einen Reiz haben könnte. 

Viele Mitarbeiter arbeiten seit März im Homeoffice und das, was sich zuvor niemand vorstellen konnte, passiert jetzt einfach: Es scheint zu funktionieren! Wenn man dann in der Zeitung liest, dass jeder Zweite von zu Hause aus arbeiten könnte, sieht man Handlungsbedarf. Leider ist in diesem Fall das Recht ein wenig „hintennach“. Zu der Zeit, als unser Arbeitsrecht kodifiziert wurde, ging man morgens arbeiten und kam dann irgendwann nach Hause. Genau dafür sind sämtliche Regeln konzipiert. Der Arbeitsweg des Dienstnehmers ist genau geregelt, der Arbeitsplatz hat nach strengen Regeln eingerichtet zu sein, der Dienstnehmer muss zu bestimmten Zeiten Pausen machen usw. Im Homeoffice sind aber viele dieser Regeln nicht anwendbar oder nicht überprüfbar.

Allein die Bestimmungen rund um einen Computerarbeitsplatz sind im häuslichen Umfeld meist nicht erfüllbar, außerdem werden nur sehr wenige Mitarbeiter Freude haben, wenn der Arbeitsinspektor an der Haustür klingelt, um sich ein Bild von den Arbeitsverhältnissen zu machen. Hier ist die Bundesregierung gefordert, sich bald Gedanken zu machen, wie man das Arbeitsrecht, selbstverständlich in Verbindung mit den steuerlichen Konsequenzen, in das 21. Jahrhundert führt. Derzeit bleibt nur zu hoffen, dass alles gutgeht und die in Zukunft anstehenden Prüfungen der Finanzämter und der ÖGK in besonderen Fällen Gnade vor Recht ergehen lassen. Denn, wie wir ja schon vom letzten Mal wissen, ist man hinterher immer schlauer …

 

Steuersenkung – und -stundung

Im Rahmen der Pandemie hat sich das Finanzministerium noch einige Zuckerl überlegt, die der Bevölkerung, also Arbeitgebern, Arbeitnehmern, Familien und Pensionisten, das Leben erleichtern sollen. 

So wurde beispielsweise der erste Schritt der Steuerreform vorgezogen. Der Eingangssteuersatz in der Einkommensteuer wurde von 25 Prozent auf 20 Prozent gesenkt, und zwar rückwirkend per 1. Jänner 2020. Diese Maßnahme trifft also alle, die Steuer zahlen, und bringt im Bestfall 350 Euro ins Börserl der Steuerzahler. Ebenso wurde die Herabsetzung der Steuervorauszahlungen drastisch vereinfacht, Zuschläge werden vorerst nicht erhoben und fällige Zahlungen an das Finanzamt wurden vorerst bis zum 31. Oktober 2020 oder bis Jahresende gestundet. Hier liegt auch gleich der Hund begraben! Stunden bedeutet nämlich nichts anderes als aufschieben! Die Zahlungen werden irgendwann einmal fällig und sind zu diesem Zeitpunkt zu bezahlen. Wer das übersieht, den trifft dann die Keule der Finanz (und der Krankenkasse) mit voller Wucht. Das ist auch das Bild, das uns von allerlei Spezialisten laufend gezeichnet wird, wenn von der Insolvenz-Flut nach der Corona-Welle gesprochen wird.

 

Investitionsanreize

Zu guter Letzt darf ich Ihnen noch zwei besondere Investitionsanreize vorstellen: zum einen die Investitionsprämie des austria wirtschaftsservice (aws).

Annähernd jede Investition in das abnutzbare Anlagevermögen ab einer Höhe von 5.000 Euro, die in der Zeit vom 1. September 2020 bis 28. Februar 2021 bei der aws beantragt und spätestens bis zum 28. Februar 2022 umgesetzt wird, ist mit mindestens 7 Prozent förderbar. Die Förderung ist ein steuerfreier, nicht rückzahlbarer Zuschuss. Bei Investitionen im Bereich Ökologisierung, Digitalisierung und Gesundheit beträgt die Förderhöhe sogar 14 Prozent.

Gleichzeitig hat die Bundesregierung alternativ zur bereits bestehenden linearen Abschreibung (also: Kaufpreis/Nutzungsdauer in Jahren = Abschreibung) für bestimmte Wirtschaftsgüter die degressive Abschreibung eingeführt. So können jedes Jahr 30 Prozent des Buchwerts als Abschreibung geltend gemacht werden. Dies führt zu einer beschleunigten Abschreibung, also zu höheren Aufwendungen und dadurch zu einer Gewinn- und Steuerminderung in den ersten Jahren. Ausgeschlossen ist die degressive AfA für Gebäude, Firmenwert und Kfz mit fossilem Antrieb sowie für gebrauchte Wirtschaftsgüter und unkörperliche Wirtschaftsgüter, beispielsweise Software.

 Foto: iStock.com/ Sarinyapinngam

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