Redaktion Werbemonitor

Kleine Fehler, große Wirkung

Die WKNÖ Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation bietet ihren Mitgliedsbetrieben eine Berufshaftpflichtversicherung um € 22,20 pro Jahr an. Was das Angebot drauf hat, haben wir Gerhard Pesendorfer, den Geschäftsführer der M.B.P. Versicherungsmakler GmbH, gefragt.

Werbemonitor: Wie kam es zu diesem vergleichsweise kostengünstigen Angebot?

Pesendorfer: Lassen Sie mich kurz ausholen. Grundsätzlich hat eine Haftpflichtversicherung die Funktion, den Versicherungsnehmer vor finanziellen Folgen oder Ansprüchen in einem Schadensfall zu bewahren. Bereits 2007 hat die Fachgruppe in Niederösterreich einen Gruppenvertrag kreiert, der auf eine Vermögensschadenhaftpflicht ausgerichtet war. Die Mindestprämie betrug damals jährlich € 500,- und konnte österreichweit zu den gleichen Bedingungen abgeschlossen werden. Die Rückfrage war allerdings gering. Daher entschloss sich die Fachgruppe zu dieser einzigartigen Aktion: einem geförderten Gruppenvertrag mit hervorragenden Konditionen.

Werbemonitor: Was kann man mit diesem Betrag überhaupt abdecken?

Pesendorfer: Weitaus mehr, als man annehmen würde. Denn die Versicherungssumme beträgt € 50.000,- pauschal für Sach- und Personenschäden sowie € 25.000,- für Vermögensverluste – und das zu einem jährlichen Kostenbeitrag von € 22,20.

Werbemonitor: Wer kann  dieses unvergleichliche Angebot in Anspruch nehmen?

Pesendorfer: Diese günstige Variante wird nur den niederösterreichischen Mitgliedern angeboten!

„Mit dieser Berufshaftpflicht geht es um die erfolgreiche Abwehr von fremden Forderungen.“

Werbemonitor: Haben Sie ein paar praktische Beispiele für uns auf Lager?

Pesendorfer: Ja, gerne. Ein Vertragsnehmer hatte einen Kundenauftrag für die Produktion von VIP-Einladungen. Diesen sollte mit einer goldenen Heißfolienprägung eine besondere Note verliehen werden. Die Reinzeichnung wurde fehlerhaft an die Druckerei übermittelt, was die Agentur erst bei der Anlieferung der Druckbögen feststellte. Denn von Gold war nichts zu sehen, die geplante Veredelung wurde in Schwarz gedruckt. Die Schadenssumme belief sich auf € 6.000,-. Oder es wurden bei einem österreichweiten Werbeprospekt Farbwerte minimal bei der Übermittlung an die Druckerei vertauscht. Der Verlust für den Falsch- und Neudruck betrug über € 30.000,- Ohne Versicherung wäre das nicht glimpflich für die Auftragnehmer ausgegangen.

Werbemonitor: Das ist ja wirklich aus der Praxis gegriffen! Haben Sie noch mehr?

Pesendorfer: Beispiele gibt es genug. Für einen Betrieb mit Zweigstellen sollten neue Kartonagen in zwei Größen erstellt werden. Bei der Reinzeichnung ist der Agentur ein Fehler unterlaufen und es wurden unkorrekte Daten an die Druckerei übermittelt. Rund 17.000 Stück Falschdrucke gingen an die Shops. Die Kosten beliefen sich auf rund € 15.000,-. Die Neuproduktion hätte nochmals rund € 8.000,- gekostet und vor allem, die unangenehme Sache sollte rasch bereinigt werden. Oder von einem anderen Vertragsnehmer wurde aus Versehen eines Mitarbeiters einige Fotos in zu geringer Auflösung der Druckerei zur Verfügung gestellt. Die Auflage umfasste 47.000 Stück Landkarten, die nun mangelhaft gedruckt wurden. Die Höhe des Schadens wurde mit € 8.000,- beziffert.

Werbemonitor: Welche Fälle sind noch gedeckt?

Pesendorfer: Die Versicherung ist auf die Werbebranche zugeschnitten. Es sind Sachschäden gedeckt, wenn jemand z.B. unabsichtlich seinen Kaffee auf die Reinzeichnung des Grafikers leert oder ein Kunde im Büro ausrutscht und sich verletzt – diese Personenschäden sind ebenfalls inkludiert. Weiters die Verletzung von Persönlichkeitsrechten. Es wird z.B. ein Bild im Internet heruntergeladen und der User verfügt über keine Rechte. Es ist noch weitaus mehr inbegriffen, aber das würde diesen Rahmen sprengen. Fest steht: Mit dieser Berufshaftpflicht geht es um die erfolgreiche Abwehr von fremden Forderungen. Ein eigenes Thema ist aber sicher noch der Rechtsschutz für die eigenen Ansprüche. 

Werbemonitor: Danke für das informative Gespräch.

Nähere Infos zur Berufshaftpflichtversicherung der  WKNÖ Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation: www.mbp-versicherungsmakler.at

Lesen Sie auch den Artikel, in dem wir Rechtsawalt Dr. Christian Reiter interviewen, der Fälle aus seiner Praxis eindrucksvoll schildert.

 

 

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