Mag. Dieter Walla

Mag. Dieter Walla &
Partner Steuerberater OG

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Damit die Rechnung aufgeht  

Empfehlungen zur steueroptimierten Gewinnschmälerung ... Kaum ist der Lockdown beendet, der Sommer vorbei, die Steuerreform angekündigt und die Regierungskrise abgewendet, neigt sich auch das Jahr 2021 langsam dem Ende zu. Was scheint naheliegender zu sein, als wieder mit guten Ratschlägen zur redlichen Steuerverminderung um die Ecke zu kommen. Eine kleine Denksportaufgabe ist auch dabei.

Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren haben wir heuer zuerst eine Denksportaufgabe zu lösen, bevor wir uns Gedanken machen können, ob denn der zu erwartende Gewinn noch steuermindernd optimiert werden kann oder sollte. „Worauf will er denn jetzt wieder hinaus?“, höre ich Sie gerade denken … Im Jahr 2021 ist die vorläufige Prognose des zu erwartenden Überschusses besonders trickreich. Sollten Sie in diesem Jahr, so wie viele andere Unternehmer in diesem Land, aus einem der Fördertöpfe Unterstützung erhalten haben, gilt es erst mal zu eruieren, wie sich die Förderung auf das steuerliche Ergebnis niederschlägt.

Trommelwirbel, ab jetzt wird’s verwirrend
Beginnen wir mit dem Ausfallsbonus. Dieser wird von der Verwaltung wie Umsatz gesehen, also erhöht dieser die Steuerbemessungsgrundlage. Den Umsatzersatz hat es nur bis Dezember 2020 gegeben, der sollte in der heurigen Steuererklärung keinen Niederschlag mehr finden. Fixkostenzuschuss, Verlustersatz und Kurzarbeitsbeihilfe sind aufwandskürzend! Das bedeutet gleichzeitig, dass diese die Bemessungsgrundlage für die Einkommensteuer erhöhen. Zur Veranschaulichung sei mir ein kleines Beispiel erlaubt: Die Lohnkosten Ihrer Mitarbeiter, die sich in Kurzarbeit befunden haben, betragen 10.000 Euro. An Kurzarbeitsbeihilfe wurden für diesen Zeitraum 8000 Euro ausbezahlt. Unterm Strich haben die Mitarbeiter in diesem Monat nur 2000 Euro gekostet, was natürlich den Gewinn hebt.

Zahlungen aus dem Härtefallfonds und der Comeback-Bonus sind steuerfrei.

Die im Frühjahr 2021 beantragbar gewesene Investitionsprämie ist tatsächlich steuerfrei. Da diese nur für Investitionen gewährt wurde, wirkt sich die Steuerminderung grundsätzlich über die Jahre der Nutzungsdauer aus. Es wurde aber explizit ausgesprochen, dass bei Gewährung der Investitionsprämie die Abschreibung nicht zu kürzen und die ausbezahlte Prämie im Jahr 2021 in der Steuerberechnung nicht miteinzubeziehen ist.

Zahlungen aus dem Härtefallfonds und der Comeback-Bonus sind steuerfrei
Jetzt kommen wir zu unserer Denksportaufgabe: Robert Lembke fragte in „Was bin ich?“: „Welches Schweinderl hätten’s denn gern?“ Der Steuerberater mit dem guten Kaffee fragt heuer: „Aus welchem Topferl ist denn wie viel geflossen?“ Denn je nach Quelle der Förderung, ist das steuerliche Ergebnis zu differenzieren. Jedenfalls hoffe ich, dass Sie nach Abzug bzw. Hinzurechnung der diversen Förderungen noch immer ein so positives Ergebnis haben, dass Sie sich Gedanken machen können, ob sich ein paar sinnvolle Ausgaben vor dem Jahreswechsel nicht noch positiver auf die zu erwartende Steuer auswirken.

Ausgaben?
Wie schon in der Vergangenheit wiederholt ausgeführt, bin ich kein Fan von Ausgaben, deren einziger Zweck die Betriebsausgabe darstellt. Die berühmten 3 Ks (also Kulis, Kalender und Klumpert) sind für den Steuerberater mit dem guten Kaffee entbehrlich, auch wenn sie für den einen oder anderen Leser wahrscheinlich eine gute Einnahmequelle darstellen. Anschaffungen in das Anlagevermögen können heuer noch sinnvoll sein, wenn die Anschaffung noch im alten Jahr in Betrieb genommen wird. Dann kann noch die halbe jährliche Abschreibung geltend gemacht werden. Vor zwei Jahren ist die Grenze der geringwertigen Wirtschaftsgüter (GwG) erhöht worden. Diese beträgt nunmehr 800 Euro netto. Wirtschaftsgüter, deren Anschaffungskosten diese Grenze nicht übersteigen, sind sofort zur Gänze Betriebsausgabe und müssen nicht in das Anlagevermögen aufgenommen werden.

Sollten sich die Inzidenzzahlen oder die Impfquote entsprechend entwickeln und uns ein neuerlicher Lockdown erspart bleiben (all das ist beim Schreiben dieser Zeilen noch nicht absehbar), könnten Sie sich Gedanken über eine Weihnachtsfeier machen. Bis 31. Dezember 2021 beträgt der Mehrwertsteuersatz auf Essen und Getränke, die ein Wirt ausschenkt, 5 Prozent. Sinn dieser Regel ist es, die durch den Lockdown besonders getroffenen Gaststätten zu unterstützen. Weihnachtsfeiern und andere Betriebsveranstaltungen sind bis 365 Euro pro Jahr und Dienstnehmer lohnsteuerfrei, Weihnachtsgeschenke und andere Sachzuwendungen bis 186 Euro pro Dienstnehmer und Jahr. Das bedeutet, dass für den Dienstnehmer bis zu diesen Summen keine Lohnsteuer auf diese Vorteile aus dem Dienstverhältnis abzuführen ist.

Wenn die bewirteten Personen nun nicht Mitarbeiter, sondern Kunden, Lieferanten oder andere Geschäftsfreunde sind, gilt zu beachten, dass grundsätzlich alle Bewirtungskosten wieder zur Hälfte abzugsfähig sind, wenn sie ein neues Geschäft bzw. eine neue Geschäftsbeziehung anbahnen oder eine schon bestehende Geschäftsbeziehung vertiefen. Insbesondere ist darauf aufzupassen, dass die Bewirtung von Geschäftsfreunden beruflich veranlasst ist.

Es ist niemals sinnvoll, Dinge anzuschaffen, die man nicht braucht, nur um Steuern zu sparen.

Gewinnfreibetrag
Zum Abschluss darf ich den Gewinnfreibetrag gem. § 10 EStG in Erinnerung rufen. Der Gewinnfreibetrag steht allen Unternehmern zu und beträgt bis zu einem Gewinn von 175.000 Euro 13 Prozent. Darüber hinaus bis zu einem Gewinn von 350.000 Euro 7 Prozent und darüber bis 580.000 Euro 4,5 Prozent. Für einen Gewinn über 580.000 Euro steht kein Gewinnfreibetrag mehr zu. Bis zu einem Gewinn von 30.000 Euro braucht man nichts weiter zu tun, als in der Steuererklärung das entsprechende Häkchen zu setzen. Zur Geltendmachung des Freibetrags für darüberhinausgehende Gewinne bedarf es der Anschaffung von abnutzbaren Anlagegütern, die in das Anlageverzeichnis des Betriebes aufgenommen werden und die mindestens vier Jahre Nutzungsdauer aufweisen. Sollte man kein weiteres Anlagevermögen brauchen oder der mögliche Gewinnfreibetrag höher sein als die Anschaffungskosten, bieten die österreichischen Banken entsprechende Wertpapiere an. Fragen zu diesen Produkten beantwortet gerne der Bankberater Ihres Vertrauens. Bitte bedenken Sie jedoch, dass die Anleihen jedenfalls vier Jahre im Betriebsvermögen gehalten werden müssen.

In der Hoffnung, den Advent 2021 ohne Lockdown oder sonstige drastische Einschränkungen bei Punsch und Glühwein auf einem Christkindlmarkt verbringen zu können, wünscht Ihnen der Steuerberater mit dem guten Kaffee eine stimmungsvolle Zeit!

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