Redaktion Werbemonitor

Wie es jetzt weitergeht

Die aktuelle Situation hat die Kreativbranche enorm entschleunigt. Sie stellt vieles auf den Kopf. Neue Strategien und Maßnahmen müssen her. Ein Gespräch mit Fachgruppenobmann Günther Hofer darüber, wie es mit dem Goldenen Hahn weitergeht, welche Auswirkungen die Krise auf die Arbeit in der Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation hat und welche Rolle Kreativität in der Branche mehr denn je zufällt.

Es ist für das Werbemonitor-Team ungewöhnlich, sich nur virtuell auszutauschen. Im Normalfall gibt es bei den Reaktionssitzungen immer einen guten Kaffee aus dem Fachgruppenbüro. Den muss sich jetzt jeder selber zubereiten. Sabine Wolfram hat mit Obmann Günther Hofer gesprochen, wie es mit vielen Aktivitäten weitergeht. Wir sind per Du.

Werbemonitor: Bevor wir zum Goldenen Hahn kommen – wie geht es unserer Branche?

Hofer: Ich denke, die Coronakrise hat uns wie ein Tsunami erwischt. Als die ersten Berichte in den Medien kamen, konnte sich kaum jemand vorstellen, welches Ausmaß das alles noch annehmen wird. Von Schockstarre bis zu eiligem Weiterarbeiten war alles dabei. Jetzt, einige Wochen später, ringt jeder um Normalität, von der wir sicher noch einige Zeit weit entfernt sind und uns rasch an die neuen Umstände gewöhnen müssen. Viele Kollegen in der Branche hat es getroffen, vor allem jene, die im Eventbereich tätig sind. Andere sind nach wie vor gut ausgelastet. Ein Umdenken findet überall statt. Wie die Kreativbetriebe damit umgehen, ist im Print-Werbemonitor 03/2020 im Bereich „Markt & Branche“ nachzulesen. Ich danke allen Kollegen, die uns so offene und ehrliche Antworten gegeben haben.

Werbemonitor: Welche Änderungen gibt es in der Fachgruppe?

Hofer: Auch wenn wir im Moment im Außen eher leise sind, ist es intern umso lauter. Damit ist gemeint, dass hinter den Kulissen eifrig gearbeitet wird. Alle Meetings finden derzeit als Onlinekonferenzen statt – eine neue Art des Miteinanders. Es war zu Beginn noch gewöhnungsbedürftig, gemeinsam so zu arbeiten, aber wir haben uns alle rasch an die neue Reaität angepasst. Im Fachgruppenbüro laufen die Fäden bei unserem Geschäftsführer Clemens Grießenberger zusammen.

Werbemonitor: Welche Themenfelder gibt es zu bearbeiten?

Hofer: Es gibt vorrangige Themen wie den Goldenen Hahn, unsere Kommunikation zu unseren Mitgliedern oder unsere regionalen Veranstaltungen. Die Strategie für das heurige Jahr war festgelegt und wir haben die Maßnahmen laufend abgearbeitet. Jetzt ist vieles anders und wir mussten kurzerhand umdenken. Gleich vorweg, ich danke meinem Team für seinen Einsatz. Als Funktionäre mussten sie sich zeitgleich selbst um ihre Unternehmen kümmern und sich an der neuen Strategie für die Fachgruppe beteiligen. Für Clemens Grießenberger und sein Team kamen zusätzliche Aufgaben hinzu, z. B. den Härtefallfonds betreffend.

Kreativität ist nach wie vor der Markenwert des neuen Jahrzehnts! Kreativität ist unser Geschäft.

Werbemonitor: Wie schaut die neue Strategie aus? Vielleicht starten wir gleich mit dem Goldenen Hahn.

Hofer: Vorerst möchte ich noch kurz ausholen, dass wir bei der Produktion des Werbemonitor 02/2020 voll im Plan waren, was den Goldenen Hahn bzw. alles andere betroffen hat. Der Shutdown ist genau in die Zeit gefallen, als wir gedruckt und verschickt haben. Daher ist er auch genau so erschienen. Wir wollten die anderen Themen nicht hintanhalten. Zu diesem Zeitpunkt wäre es noch viel zu früh gewesen, abzuschätzen, was das für den Goldenen Hahn bedeuten kann. Jetzt wissen wir es. Nachdem langsam klar wurde, in welche Richtung es gehen kann, haben wir verschiedene Varianten für den Goldenen Hahn durchgespielt und uns für die sinnvollste entschieden: eine zweistufige Strategie.

Das bedeutet, dass wir am 24. April die nominierten Agenturen bekanntgegeben haben. Es ist, wie bisher gewohnt, der Tag, an dem die Fachjurysitzung stattfindet. Wir wollten den Termin für die Veröffentlichung einhalten. Die Fachjury tagte allerdings in diesem Jahr nicht. Der Verleihungsevent für den Goldenen Hahn wird auf das nächste Jahr verschoben. Somit bekommen aber jetzt jene Agenturen, die eingereicht haben und nominiert wurden, eine Bühne für ihre Leistungen. Die Prämierung erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt. Wir denken, dass es in Zeiten wie diesen wichtig ist, zu zeigen, was man mit Kreativität erreichen kann. Vielleicht noch interessant: Wir konnten die diesjährigen Einreichzahlen um rund ein Drittel, auf über 240 Arbeiten, steigern.

Werbemonitor: Was können die nominierten Agenturen erwarten?

Hofer: Wir präsentieren die nominierten Agenturen in dieser Ausgabe des Werbemonitor, zeigen die Arbeiten online auf der Goldener-Hahn-Website (www.goldenerhahn.at) und spielen sie laufend in unserer Facebookpräsenz aus. Jede Agentur kann so wie gewohnt für sich mit dieser Nominierung PR machen.

Werbemonitor: Wie geht es dann mit dem Goldenen Hahn weiter?

Hofer: Im nächsten Jahr findet der Verleihungsevent statt. In welcher Form wissen wir noch nicht. Allerdings wird es keine Gala in der gewohnten Form geben. Wir werden den Goldenen Hahn neu denken!

Werbemonitor: Die Vernetzung, regionale Stammtische und die NÖ-Marketing Breakfasts sind ein wichtiges Standbein der Fachgruppe, um die NÖ-Kreativbranche zusammenzubringen. Was ist hier geplant?

Hofer: Die NÖ-Marketing Breakfasts sind natürlich bis auf Weiteres ausgesetzt. Für das zuletzt geplante im Kraftwerk Zwentendorf waren wir ausgebucht. Es steht derzeit noch in den Sternen, ob und wann wir so etwas wieder machen können. Was die regionalen Stammtische betrifft, arbeiten wir ein Konzept aus, das in Richtung Webinare gehen wird. Eine neue Form des Zusammentreffens. Die Wissensvermittlung steht im Vordergrund.

Werbemonitor: Was ist mit anderen Leistungen der Fachgruppe?

Hofer: Alles, was in Richtung rechtliche Beratung geht, Versicherungen, fachliche Auskünfte und vieles mehr, bleibt, wie es ist. Ebenso stehen die Bezirksvertrauenspersonen regional für Fragen zur Verfügung. Der neue Ausschuss, der sich nach der Wirtschaftskammerwahl bilden hätte sollen, wird sich erst im Herbst konstituieren. In der Zwischenzeit ist der bestehende Ausschuss am Arbeiten. Wichtig ist uns, mit den Mitgliedern im Dialog zu bleiben – ob online, in den sozialen Medien oder am Telefon, wir sind für euch da. 

Werbemonitor: Welchen Appell hast du abschließend noch an die Kreativbranche?

Hofer: Wohin uns die Krise führen wird, ist noch nicht klar. Aber was schon jetzt feststeht: Kreativität ist nach wie vor der Markenwert des neuen Jahrzehnts! Kreativität ist unser Geschäft. Und wer, wenn nicht wir, die Kreativbranche, soll das leisten?
Werbemonitor: Danke für das Gespräch.

Foto: iStock.com/SeventyFour

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