Redaktion Werbemonitor

Werberat: Beschwerdebilanz 2019

Jetzt steht es fest, es gab einen deutlichen Anstieg an Stoppentscheidungen beim Österreichischen Werberat. In 22 beanstandeten Fällen zeigten die Werberäte die rote Karte, bei insgesamt 206 getroffenen Entscheidungen. Im Vergleich dazu kam es 2018 lediglich in zwölf Fällen zu einer Stoppentscheidung, bei insgesamt 194 Fällen. In neun Fällen kam es zu Sensibilisierungssprüchen (im Jahr davor: 16) und 50 Mal wurde mit „Kein Grund zum Einschreiten“ (im Vergleich 2018: 47) bewertet.

Was gleich auffällt, ist, dass jede einzelne Stoppentscheidung den Ethikkodex in Bezug auf „Geschlechterdiskriminierung“ verletzt hat. Die Entwicklung zeigt eine steigende Sensibilisierung der Bevölkerung zu diesem Thema und ebenso bei den Werberäten. Insgesamt gingen 338 Beschwerden beim Österreichischen Werberat ein, die zu den genannten 206 Entscheidungen führten.
Die größten Aufreger waren die Werbemaßnahme von True Fruits mit 29 Beschwerden, die mit Stopp entschieden wurde, sowie jene von XXX Lutz mit 14 Beschwerden. Hier sprach sich das Gremium für eine Sensibilisierung aus, dazu kommt noch die Werbemaßnahme von Hornbach mit zwölf Beschwerden, die mit „kein Grund zum Einschreiten“ bewertet wurde. Erfreulich: Die meisten werbetreibenden Unternehmen zeigten sich einsichtig und entfernten oder änderten ihre Werbemaßnahme, wenn die Maßnahme mit einem Stopp oder einer Sensibilisierung belegt wurde.

Beschwerdegründe
Der Beschwerdegrund „Geschlechterdiskriminierende Werbung“ führt wie in den Jahren zuvor das Ranking mit 76 Entscheidungen (im Jahr davor: 66) an. Auf Platz zwei folgt „Ethik und Moral“ mit 44 Entscheidungen (im Jahr davor: 36). „Irreführung und Täuschung“ belegt mit 35 Entscheidungen (im Jahr davor: 31) den dritten Platz. Elf Entscheidungen verzeichnet der Grund „Rassismus“ (im Jahr davor: sieben) und ist im Vergleich zum Vorjahr ansteigend. Ebenfalls sind die Entscheidungen betreffend „unlauterer Wettbewerb“ auf zehn (im Jahr davor: zwei) angestiegen. „Gefährdung von Kindern und Jugendlichen“ ist im Vergleich zum Vorjahr rückläufig, erforderte dennoch neun Entscheidungen (im Jahr davor: 15).

Der Grund „Rechtswidriges Werbeumfeld“ – es handelt sich um Werbesujets auf illegalen Onlineumfeldern –ist im Vergleich zum Vorjahr nahezu gleichbleibend. Dieser erforderte in diesem Jahr sieben Entscheidungen (im Jahr davor: acht). In den Bereichen „Werbung mit Kindern und Jugendlichen“ (im Jahr davor: fünf) und „Umwelt“ (im Jahr davor: zwei) wurden 2019 jeweils drei Entscheidungen getroffen. Jeweils eine Entscheidung gab es bei „Gewalt“ (im Jahr davor:  elf), „Gesundheit“ (im Jahr davor: eine), „Sicherheit“ (im Jahr davor: drei), „Diskriminierung älterer Menschen“ (im Jahr davor: zwei), „Kraftfahrzeuge“ (im Jahr davor: zwei) und „Tabak und Rauchwaren“ (im Jahr davor: null).  An erster Stelle im Ranking steht das Plakat mit 50 Entscheidungen (im Jahr davor: 32). Die Medien „TV-Spot“ (im Jahr davor: 49) und „Internet“ (im Jahr davor: 29) folgten mit jeweils 46 Entscheidungen auf Platz zwei.

Die „Printanzeige“ betraf in diesem Jahr elf Entscheidungen. Ein starker Anstieg ist beim Medium „Banner“ (im Jahr davor: drei) mit neun Entscheidungen zu verzeichnen. Das Medium „Prospekt“ verzeichnete 2019 acht Entscheidungen (im Jahr davor: sieben). Ein Rückgang ist beim „Verpackungsmaterial“ mit acht Entscheidungen (im Jahr davor: zwölf) zu erkennen. Gefolgt wird das Ranking vom „Radio-Spot“ mit sechs Entscheidungen (im Jahr davor: neun), der „Webseite“ mit fünf Entscheidungen (im Jahr davor: acht) und dem „Flyer“ mit vier Entscheidungen (im Jahr davor: sieben). Ebenfalls vier Entscheidungen verzeichnete das Medium „Radio- & TV-Spot“ (im Jahr davor: sechs). Die Medien „Broschüre“ (im Jahr davor: sechs), „E-Mail“ (im Jahr davor: drei) und „Handy“ (im Jahr davor: eine) finden sich mit jeweils zwei Entscheidungen im diesjährigen Ranking wieder.
Das Schlusslicht bilden mit jeweils einer Entscheidung die Medien „Direct Mail“ (im Jahr davor: vier), „Ansichtskarte“ (im Jahr davor: eine) und „U-Bahn-Werbung“ (im Jahr davor: drei).

www.werberat.at

Foto: 123rf.com/mamanamsai

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