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Redaktion Werbemonitor

NÖ-Marketing Breakfast im Weingut Hagn

Der Weinbaubetrieb Hagn im Weinviertler Mailberg ist Gastgeber für dieses NÖ-Marketing Breakfast. In einer malerischen Landschaft gelegen, begrüßt uns das Familienunternehmen mit zahlreichen Überraschungen. Hervorragende Strukturiertheit, laufende Innovationen und eine top aufgestellte Gastronomie zeichnen den Vorzeigebetrieb aus. Hier können die Besucher Kulinarik mit dem Wein kombinieren.

Wolfgang Hagn taucht rasch in die Geschichte ein und schafft es, die Zuhörer in seinen Bann zu ziehen. Als reiner Familienbetrieb spielt Handwerk eine ganz große Rolle: „Es kommt auf den Boden an und auf die Arbeit im Weingarten. Die Qualität passiert bei uns in der Natur, draußen im Weingarten, das ist unser Aushängeschild. Und von hier weg, von dieser Substanz, haben wir aufgebaut.“ Eine Etage tiefer befindet sich das Weinkino. Demnächst führt ein neuer Film mit einem Streifzug durch das Weinjahr, von Jänner bis Dezember. Der Gast kann erleben, was es alles zu tun gibt – vom Boden über die Arbeit im Weingarten bis in den Weinkeller –, um zu verstehen, warum der Wein so schmeckt, wie er schmeckt. Noch ein Stockwerk darunter geht es in ein historisches Presshaus, wie es früher ausgesehen hat. Eine Holzpresse dominiert den Raum. Hier erzählt uns Wolfgang Hagn einiges über das Weinviertel, von der hauseigenen Philosophie und darüber, wo es im Weinviertel aus seiner Sicht hingehen soll. Einige Schritte weiter führt uns eine Türe direkt in den Weinkeller. Wer mit dem Geruch vertraut ist, kann erschnuppern, dass die Weinlese voll im Gang ist.

Wir gelangen bis tief in den neuen Weinkeller, der mit riesigen Stahltanks und Holzfässern beeindruckt. Hier reift nur Grüner Veltliner. Die Temperatur hält sich konstant, es ist frisch hier, aber genau das richtige Klima für den Wein. Nachhaltig gebaut, befindet sich der Keller tief unter der Erde. Danach geht es wieder ins Weindomizil Hagn, den Gastronomiebetrieb. Netzwerken inklusive. Wir erfahren auch, dass das Weingut in Österreich hauptsächlich die Gastronomie beliefert. Verschickt werden die ausgezeichneten Tropfen in 15 Exportländer, Tendenz steigend.


Unsere Weine tragen unsere Handschrift

Marketing ist im Weinbau sehr wichtig geworden, dabei muss die Qualität des Produktes im Vordergrund stehen. Die Marke Wein hat sich geändert und in den letzten 15 Jahren extrem entwickelt. Auslöser war sicher der Weinskandal 1987/88. Österreich ist zwar ein sehr großes Weinland, aber der Weltmarktanteil beträgt lediglich knapp 1 Prozent (0,98). Das bedeutet, punkten können Betriebe nur mit Qualität.

Vor zehn Jahren übernahmen Wolfgang Hagn und sein Cousin Leo gemeinsam den elterlichen Betrieb. Die beiden haben diesen rasch auf den Kopf gestellt und erfanden sich quasi neu – mit dem Ziel, die Marke Wein und die Qualität in den Vordergrund zu stellen. Zu Beginn wurde alles gemeinsam gemacht: die Arbeit im Keller, in der Produktion und im Weingarten. Nach einigen Jahren war klar: Einer muss hinaus und die Marke weitertragen. Die Leute müssen schmecken und kosten, was hier das ganze Jahr gemacht wird. Es fand eine Aufteilung statt, Wolfgang ist seither das Gesicht nach außen, Leo ist „Kellermeister“ und der dritte Cousin, mittlerweile auch im Betrieb, kümmert sich um die Weingärten. Der nächste Schritt war, die Gäste in die Region zu bringen, um zu zeigen, wie hier gearbeitet wird. Dann kam die Idee mit der Gastronomie dazu – die Weinerlebniswelt und die Weingalerie, in der Wein gekostet werden kann. Fest steht: Die klassischen Weine müssen beim ersten Schluck schmecken und die kräftigen Weine die extreme Hagn-Handschrift tragen. Denn Wein ist eine Kunst und Wein hat Geschmack.

Das Weinviertel ist zwar das größte österreichische Weinbaugebiet, war aber vor rund zehn Jahren wenig touristisch erschlossen. Mailberg hat bis heute viel erreicht. Jetzt gibt es schon rund 6.500 Nächtigungen pro Jahr und es ist schwer, ein Zimmer zu bekommen. Das Unternehmen Hagn hat ein junges Team und beschäftigt rund 45 Mitarbeiter. Wolfgang Hagn ist in der Zwischenzeit sehr viel unterwegs und präsentiert auf rund 350 Veranstaltungen die Weine. Aus seiner Sicht ist dies das beste Marketing, „denn das beste Produkt hilft nichts, wenn man es nicht hinausbringt“. Innovationen wie die Gin-Weindose oder der regionale Aperitif Herak sind die neuesten Erzeugnisse.

 

Unser Hauptkanal: der Gast vor Ort

Wolfgang Hagn erzählt ganz authentisch aus dem Marketing-Nähkästchen und wie er Kollegen aus der Region inspiriert. Er hat zudem eine Antwort auf die Frage parat, ob er der Punk der Weinbauern ist.

Werbemonitor: Wie organisiert ihr euer Marketing? Und macht ihr alles selbst?

Hagn: Ganz zu Beginn habe ich alles alleine gemacht. Jetzt sind wir ein Team und arbeiten zu dritt. Das meiste schaffen wir alleine, ein Teil ist an Agenturen ausgelagert.

Werbemonitor: In welchen Kanälen bewegt ihr euch?

Hagn: Wir sind breit gefächert aufgestellt, von Social Media über Druckmedien bis hin zu Radio und TV ist alles dabei. Wein ist ein Produkt, das eine große Bandbreite verträgt, und wir wollen alle Zielgruppen ansprechen.

Werbemonitor: Was sind die wichtigsten Kanäle für euch? Speziell als Weinbaubetrieb?

Hagn: Unser Hauptkanal ist natürlich der Gast vor Ort. Wichtig ist für uns zusätzlich, dass wir unterwegs sind und uns präsentieren.  

Werbemonitor: Was sind deine Aufgaben im Betrieb – oder bist du ausschließlich das Gesicht nach außen?

Hagn: Ich kümmere mich zusätzlich um neue Produktentwicklungen, um kreative Ideen und deren Verwirklichung.

Werbemonitor: Nachhaltigkeit ist ein wichtiger Punkt in eurem Gesamtauftritt. Wie wichtig ist es, das Thema mitzutransportieren?  

Hagn: Wir reduzieren mit unserer Photovoltaik-Anlage den Stromverbrauch aus konventionellen Quellen. Wärme erzeugen wir mit einer Biomasse-Heizung und es gibt noch vieles mehr. Man muss selber dahinterstehen, sonst macht es keinen Sinn. Wir finden, wir müssen der Natur zurückgeben, was man ihr nimmt. Ein Betrieb ist dabei zu wenig, es müssen andere ebenso mitspielen. Der Klimawandel ist da, und dem muss man gegensteuern.

Werbemonitor: Wie schaffst du das in der Region? Ihr seid ein Vorzeigebetrieb, kannst du Kollegen mitreißen und inspirieren mit dem, was ihr macht?

Hagn: Ich glaube schon. Wenn jemand etwas macht und dabei Erfolg hat, dann schauen die anderen sicher, wie und was er macht.  

Werbemonitor: Bist du der Punk unter den Weinbauern?

Hagn: Ich bin nur ein schräger Vogel und hab schräge Ideen. Viele sagen, so wird es nicht gehen. Ich bin dann immer der, der es durchsetzt und zeigt, dass es sehr wohl funktionieren kann.

Werbemonitor: Vielen Dank für das Gespräch.

Fotocredit: Leadersnet/A. Felten

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