Redaktion Werbemonitor

Premiere: Jurysitzung online

Die Spannung steigt jedes Jahr im April, denn da tritt die Fachjury zusammen, um die Gewinner der Goldenen Hähne zu ermitteln. Bisher war das immer ein großes Hallo in der Wirtschaftskammer in St. Pölten. Die aktuelle Situation ließ das heuer nicht zu. Daher beschritt die Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation einen völlig neuen und digitalen Weg. Die Kunst dabei war, den Charakter einer analogen Sitzung beizubehalten.

Ab 8:45 Uhr ging es los und die Juroren trudelten der Reihe nach im Zoom-Meeting ein. Ein Hallo war es allemal, da sich einige lange nicht mehr gesehen hatten. Es trafen sich Experten, die schon öfters Erfahrung gesammelt hatten, und Profis, die das erste Mal an der Jurysitzung teilnahmen. Die Stimmung war gelöst und es war deutlich zu spüren, wie uns allen das soziale Leben und die Gelegenheit, entspannt zu plaudern, in der Zwischenzeit fehlen. Nach der Begrüßung durch Juryleiter Andreas Roffeis und Obmann Andreas Kirnberger ging es nach einer kurzen Vorstellungsrunde los. Die Fachjury wurde in zwei Gruppen geteilt und diesen ein Breakout-Room zugewiesen. In einem zweiten Fenster jurierten sie im neuen Tool und bewerteten auf diese Weise miteinander Kategorie für Kategorie. Der Vorteil dabei: Jeder Juror kann in seinem Tempo arbeiten und dennoch in der Gruppe diskutieren.

Die Premiere war gelungen, das bewies das positive Feedback der Jury: technisch hervorragend gelöst, perfekt organisiert und programmiert, sehr übersichtlich und sogar noch Zeit, sich auszutauschen, die Kommunikation habe in keiner Weise durch das Fehlen physischer Präsenz gelitten, das Voting-Tool hat vor allem durch die übersichtliche Anordnung und die leichte Bedienbarkeit gepunktet und die Face-to-Face-Runde via Zoom habe fast das Gefühl vermittelt, man wäre live vor Ort.

Obmann Andreas Kirnberger stellt begeistert fest:
„Die Jurierung wurde von A bis Z an die aktuellen digitalen Anforderungen angepasst und speziell programmiert. Damit war es möglich, einen einfachen, durchgängigen und kurzweiligen Event zu gestalten. Diese Erfahrung hat uns gezeigt, welche Möglichkeiten hier vorhanden sind. Das Feedback der Juroren hat gezeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind und den bewerteten Projekten einen würdigen Rahmen auch in der digitalen Welt geben konnten.“

Nominierungen: Was sagen die Juroren?
Das Wichtigste ist, welchen Eindruck die Juroren von den eingereichten Arbeiten gewonnen haben … Aber lesen Sie selbst.
Horizont-Chefredakteur Jürgen Hofer sieht die Ergebnisse so: „Werbepreise spiegeln die Realität ganz gut wider – eher viele solide Arbeiten als breite Basis und dann die Ausrufezeichen an Besonderheiten, die mit Herz und Hirn bleibende Erinnerungen schaffen.“ Das erste Mal jurierte Silvia Wallner von der dentsu Austria GmbH mit. Sie ist überzeugt: „Es freut mich immer wieder zu sehen, wie kreativ Unternehmen in Niederösterreich sind. Zum Teil stehen hinter den Einreichungen nur sehr geringe Budgets und trotzdem sind die Projekte perfekt umgesetzt und vom Niveau her absolut konkurrenzfähig.“

Friedrich Dungl, Medienveteran, wie er sich selbst bezeichnet, sieht: „Die Qualität der vorgelegten Arbeiten war auf hohem Niveau und zeigte in vielfältiger Weise die Bandbreite der niederösterreichischen Kreativbranche. Die herausfordernde Situation hat zu einer zunehmenden Integration digitaler Elemente geführt, was den Projekten guttut.“ Die Werbeleiterin von Airport Media am Flughafen Wien, Ilse Koinig, zeigte sich überrascht: „Die Arbeiten waren zum Teil sehr kreativ und ansprechend. Andererseits waren einige davon meiner Meinung nach etwas zu kompliziert gestaltet, sodass die Idee nur mit Hintergrundwissen erkennbar war. Aber als Gesamtwertung gut.“

Ein Neuzugang im Juryteam war Jochen Kaiblinger von der ÖBB Werbung GmbH, der meint:  „Wieder ein starker Impuls der niederösterreichischen Kreativszene. Die bewerteten Arbeiten bestechen durch hohe Qualität und auffällige Kreationen. Trotz des starken Feldes zeichnen sich einige Einreichungen durch besonders impactstarke Umsetzungen aus.“ Geschäftsführerin Andrea Stoidl, Österreichischer Werberat, hebt hervor: „Die Arbeiten waren dieses Jahr von hoher Kreativität und Ideenvielfalt geprägt. Besonders erfreulich war dabei, dass viele Projekte mit wenig Budget durch gute kreative Ideen und professionelles technisches Handwerk punkten konnten.“

Ursula Winter, Sales & Marketing, Congress Center Baden, ist sich sicher: „Viele Agenturen haben sich wirklich mit den Kunden und deren Zielsetzung intensiv auseinandergesetzt und diese bestmöglich in den entsprechenden Werbeformen umgesetzt. Sehr tolle Ideen, auch bei ,kleineren‘ Budgets.“ Differenziert zeigt sich Experte Herbert Sojak von der HC MARKETING GROUP: „Die Arbeiten zeigen enorme Kreativität, vermitteln aber nicht immer das angestrebte Ziel. In Abwandlung eines Zitates des Schriftstellers Joseph Joubert könnte man sagen: Wer Kreativität ohne erkennbare Zielrichtung einsetzt, der hat Flügel, aber keine Beine.“

Otto Stangel, ORF Niederösterreich, fasst seine Eindrücke so zusammen: „Es gab viele interessante Einreichungen, einige haben überrascht, andere wiederum sind am Thema vorbeigegangen. Insgesamt war das Angebot von Kreativität gekennzeichnet und teilweise von hoher Professionalität bestimmt. Die Designer und Kreativen zeigten sich in den einzelnen Kategorien überraschend innovativ, doch gelang es nicht allen, zu überzeugen. Einige schafften es zwar, zu verwirren, doch ob das der Sinn der Sache ist? Die Werbebotschaft sollte natürlich sofort erfasst werden können und nicht zu einer Rätselrallye werden, das ist dann wohl auch nicht im Sinne des Auftraggebers.“

Bei Juryleiter Andreas Roffeis paaren sich Erleichterung mit Freude und Dankbarkeit: „Die aktuelle Situation hat uns vor eine neue Herausforderung gestellt, nämlich den Jurierungsprozess vollkommen digital abzuwickeln. Was sind die Erfolgskriterien für Online-Meetings? Erstens: Technisch hat alles geklappt, die Leitungen haben gehalten. Zweitens: Die Veranstaltung war kurzweilig und alle sind drangeblieben. Und drittens, am wichtigsten: Mit Lachen geht alles leichter – das gilt off- wie online!“

Auch der Vienna Filmcoach Ip Wischin, der regelmäßig an den Jurysitzungen teilnimmt und die Arbeiten von Jahr zu Jahr verfolgt, resümiert: „Was die Einreichungen betrifft, so gab es wenig Herausragendes. Insgesamt fehlt der Mut zum Trendsetting im Gegensatz zum simplen Trendfollowing durch Imitationen „hipper“ Gesten. Viel generische Ikonografie, wenig Authentizität.“ Andreas Ladich, Leiter Werbung & Marketing Flughafen Wien AG hat diesen Eindruck gewonnen: „Es waren diesmal wieder sehr schöne und kreative Arbeiten dabei. Bemerkenswert fand ich die Bandbreite der Kunden und der Arbeiten, die von den niederösterreichischen Kreativen hier eingereicht wurden. Das macht es nicht gerade einfach in der Bewertung – wo es ja auch für die spezifische Kategorie bestimmte Maßstäbe und Kriterien gibt.“  

Aus Deutschland war Produzent Malte Füllgrabe von TopDogs Media oHG das erste Mal mit in der Jury dabei und ist davon überzeugt: „Die Auswahl der Arbeiten war sehr hochwertig und in den unterschiedlichen Kategorien vielfältig. Das hat es für uns als Jury sehr attraktiv gemacht, diese zu beurteilen.“ Norbert Girsule, mitverantwortlich für den NÖ Innovationspreis, WKNÖ/Technologie- und InnovationsPartner, fasst zusammen: „Eine breite Palette von Zugängen, großteils sehr gut bis ausgezeichnet umgesetzt. Der Zugang zum „Was willst du mir sagen?“ war manchmal nicht leicht zu finden. Dann wieder glasklar und eindeutig.“

Als zweitgrößte Fachgruppe österreichweit im Bereich Werbung werden rund 3.400 Mitglieder mit ca. 4.200 Gewerbeberechtigungen betreut. Hier finden Sie umfangreiche Informationen sowie unterschiedliche Serviceleistungen für Ihre tägliche Praxis.

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