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Mehr als Likes

Wie LinkedIn zum Vertriebskanal wird

Mehr als Likes
Foto: iStock.com/stockcam

Agenturen posten auf LinkedIn und wundern sich, warum nichts passiert. Ich sage es bewusst so direkt, weil ich genau das aktuell in fast jedem zweiten Gespräch höre. Es wird Zeit investiert, es wird Content produziert, und das teilweise auf richtig gutem Niveau. Und trotzdem entstehen daraus keine Gespräche. Nicht, weil LinkedIn nicht funktioniert, sondern weil es falsch genutzt wird.

LinkedIn ist ein Vertriebskanal, und genau diese Unterscheidung fehlt. Ich erlebe immer wieder das gleiche Bild: Die Profile sind schön gestaltet, die Texte sind kreativ geschrieben und die Beiträge bekommen Likes. Aber wenn ich frage: „Wie viele konkrete Gespräche entstehen daraus pro Woche?“, kommt meist keine klare Antwort. Warum? Weil aus meiner Sicht der Fokus falsch gesetzt ist.

Sichtbarkeit wird mit Wirkung verwechselt
Das eigentliche Problem ist nicht fehlender Content, sondern die fehlende Klarheit. Eine potenzielle Kundin oder ein potenzieller Kunde interessiert sich nicht für das Design, nicht für die Kreativität und auch nicht für Ihre Leistungen. Sie oder er interessiert sich nur für eine Sache: Was bringt mir das konkret? Und wenn diese Antwort nicht innerhalb weniger Sekunden beantwortet wird, sind Sie raus.

Gerade in der Werbe-, Kreativ- und Kommunikationsbranche sehe ich diese typischen Denkfehler:

  • „Wir müssen sichtbar sein.“
    Nein. Sie müssen relevant sein.
  • „Wir zeigen, was wir alles können.“
    Das interessiert niemanden. Menschen kaufen Lösungen, keine Leistungslisten.
    „Wenn der Content gut ist, kommen die Kundinnen und Kunden von selbst.“ Das passiert vielleicht, aber nicht planbar.

Hier liegen für mich der Hebel und der Schwerpunkt meiner Arbeit – nicht als weiterer Contentansatz, sondern als klares Vertriebssystem.

Viele haben kein Marketingproblem, sie haben ein Vertriebsproblem.

Positionierung ist keine kreative Übung, sondern eine Vertriebsentscheidung
Die meisten formulieren ihre Positionierung aus Unternehmenssicht, und das ist der Fehler. Entscheidend ist, ob sich die Kundin oder der Kunde wiedererkennt. Wenn Ihr Profil nicht sofort klarmacht, für wen Sie arbeiten und welches Problem Sie lösen, verlieren Sie Aufmerksamkeit und damit Umsatz.

Content ohne Ziel ist Beschäftigung
Viele posten regelmäßig, aber ohne klare Funktion. Ein Beitrag muss immer eine Aufgabe haben:

  • Aufmerksamkeit erzeugen,
  • Vertrauen aufbauen oder
  • Gespräche vorbereiten.

Alles andere ist nett, aber wirtschaftlich irrelevant.

Ohne aktiven Vertrieb bleibt alles Zufall
Das ist der unbequemste Punkt. Die meisten hoffen auf eingehende Anfragen, aber Hoffnung ist keine Strategie. Planbare Neukundengewinnung entsteht immer aus zwei Bereichen: Inbound durch Content und Empfehlungen sowie Outbound durch aktive Gespräche. Wer diesen zweiten Teil ignoriert, bleibt abhängig – von Algorithmen, von Zufällen und von Empfehlungen. 

Das ist der entscheidende Punkt: Viele Agenturen haben kein Marketingproblem, aber sie haben ein Vertriebsproblem. LinkedIn bietet aktuell eine der stärksten Möglichkeiten, genau das zu lösen. Nicht durch mehr Content, vielmehr durch ein klares System dahinter. Am Ende geht es nicht darum, präsent zu sein, sondern darum, gezielt Gespräche zu führen und daraus Kundinnen und Kunden zu gewinnen.