Redaktion Werbemonitor

Mit der Lehre an die Spitze

Der Blick über fast ganz Wien von der WKO Sky Lounge im vierten Bezirk ist atemberaubend. Der Fachverband Werbung und Marktkommunikation lud in diese Räumlichkeiten – nicht der schönen Aussicht wegen, sondern um verdiente österreichische Lehrbetriebe auszuzeichnen. Das Motto: Mit der Lehre an die Spitze – Startschuss in eine digitale Zukunft. Insgesamt standen 24 Kreativbetriebe aus allen Bundesländern auf der Bühne, davon drei aus Niederösterreich.

Es war ein großes Hallo in der WKO Sky Lounge, es herrschte aufgekratzte Stimmung und immer wieder schweifte der Blick aus der Vogelperspektive über Wien. Hier trafen Lehrbetriebe, Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck, WKÖ-Generalsekretärin Mariana Kühnel, WKÖ-Fachverbandsobfrau Angelika Sery-Froschauer und Fachgruppenobleute zusammen. Mit dabei: Obmann Günther Hofer. Ausgezeichnet wurde nach unternehmerischen und ausbildungsrelevanten Kriterien. Bevor es mit den Ehrungen losging, drehte sich in einer Podiumsdiskussion alles um die Themen digitale Transformation in der Berufswelt sowie begleitende bildungspolitische Strategien.

Margarete Schramböck betonte, dass sich die Bundesregierung dazu bekenne, Österreich fit für die Herausforderungen der Digitalisierung zu machen. Sie wolle Wert und Bedeutung der dualen Ausbildung stärken. Jetzt ginge es darum, jene, die eine solche Ausbildung im Bereich Werbung und Kommunikation anstreben, zusätzlich zu unterstützen. Angelika Sery-Froschauer brachte ihre Erfahrungen als Unternehmerin, die weiß, wie wichtig gut ausgebildete Fachkräfte sind, ein. Sie hob die Reform der Lehrberufe im Bereich Medien, Werbung und Kommunikation hervor, die junge Menschen fit für das digitale Zeitalter macht.

Zwei ehemalige Lehrlinge kamen ebenfalls zu Wort.  Lukas Fliszar aus Wien ist Grafikdesigner bei der Wiener Agentur 101 Coding und Design. Er sieht gute Aufstiegschancen für Lehrlinge in der Werbebranche, die er als ehemaliger Lehrling auch genutzt habe. Der Bereich Werbung und Marktkommunikation sei ein wichtiger digitaler Innovationsmotor und die Kreativbranche präge entscheidend mit, den Wandel in Richtung Wirtschaft 4.0 aktiv zu gestalten. Petra Vith absolvierte eine Lehre zur Medienfachfrau bei Herold Business Data in Mödling, wo sie auch ihre berufliche Zukunft sieht. Warum sie sich für diese Lehrstelle entschieden hat? „Weil ich gemerkt habe, dass ich ein Arbeitsmensch und eine Macherin bin. Das Unternehmen legt großen Wert auf Teamwork, deshalb sollte man ein Teamplayer und kein Einzelkämpfer sein.“ Und das Wichtigste: „Man muss bereit sein, zu lernen. Denn diese Möglichkeit bekommt man hier und die sollte man auch nutzen.“

Drei Lehrbetriebe aus Niederösterreich ausgezeichnet
Fachgruppenobmann Günther Hofer findet diese Aktion sehr positiv: „Wie viele wissen, stehe ich voll hinter der Lehre. Es ist wichtig, dem Betrieb zu zeigen, dass es nicht nur Arbeit ist, sondern auch viel Herzblut dahintersteckt. Dafür gibt es eine Auszeichnung. Diese engagierten Betriebe gehören vor den Vorhang, um auch andere mit diesen Aktionen zu motivieren.“

Einer der ausgezeichneten niederösterreichischen Betriebe ist die Dockner Gesellschaft m.b.H. aus Kuffern. Der Familienbetrieb hat in 30 Jahren schon 17 Lehrlinge ausgebildet. Bernhard Dockner meint: „Es ist ein Hochgefühl, eine Auszeichnung wie diese zu erhalten. Wir freuen uns, dass das, was wir leben, wertgeschätzt wird. Besonders gut hat mir heute gefallen, dass in den Gesprächen einerseits die fachliche Komponente genannt wurde und andererseits immer wieder der Mensch das Thema war. Genau darauf legen wir seit langer Zeit Wert, denn das ,Fach-Mensch-Sein‘ muss gelernt werden. Die soziale Komponente hat für mich genau denselben Stellenwert wie die fachliche.“

kastner.tv aus Krems wurde ebenfalls ausgezeichnet. Bernhard Kastner meint: „Ich freue mich sehr über die Auszeichnung. Was besonders wichtig für mich ist: Ich bin noch nicht lange ein lehrlingsausbildender Betrieb. Ich habe mich nach 15 Jahren One-Man-Show von meinem ersten Lehrling überzeugen lassen, dass wir das gemeinsam probieren können. Jetzt habe ich bereits meinen fünften Lehrling in Ausbildung, und das innerhalb von fünfeinhalb Jahren. Alle sind noch im Unternehmen im Bereich Werbung und Marktkommunikation tätig.“
Das dritte ausgezeichnete Unternehmen ist die HEROLD Business Data GmbH aus Mödling. HR-Managerin Sabine Glück freut dies sehr, weil sich der Betrieb dadurch in dem bestätigt fühlt, was er tut. Uwe Stadelbauer, Geschäftsleiter und Direktor HR, geht noch einen Schritt weiter und betont: „Ich glaube, dass in den Unternehmen selbst mehr gemacht werden muss. Wenn ich die Veranstaltung heute Revue passieren lasse, denke ich, wir müssen innerhalb des Unternehmens mehr Werbung machen, um Lehrlinge auszubilden. Es geht um die Akzeptanz, wie weit das Thema nur von Human Ressources aus gesteuert ist oder ob es auch von der Geschäftsführung propagiert wird und wie weit alle Abteilungen bereit sind, mitzuziehen.“

www.dockner.com

www.kastner.media

www.herold.at

Foto: Katharina Schiffl

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