Redaktion Werbemonitor

Typische Nutzer von Facebook, Instagram und WhatsApp

Jung, weiblich und extrovertierter? Facebook, WhatsApp und Instagram sind sicher die bekanntesten sozialen Medien, die mittlerweile alle zu einem Konzern gehören. Professor Christian Montag von der Universität Ulm hat mit einem Forscherteam untersucht, wie die Nutzung der Plattformen mit soziodemografischen Merkmalen und den „Big Five“-Persönlichkeitsmerkmalen zusammenhängt. Heraus kam, dass Personen, die mindestens auf einer Social-Media-Plattform aktiv waren, im Allgemeinen jünger, häufiger weiblich und etwas extrovertierter als Nichtnutzer waren.

Derzeit nutzen rund 2,7 Milliarden Menschen weltweit mindestens eine Social-Media-Plattform wie Facebook, WhatsApp oder Instagram. Frühere Untersuchungen der individuellen Unterschiede zwischen Nutzern und Nichtnutzern von sozialen Medien haben sich zumeist auf eine Plattform konzentriert. Die aktuelle Untersuchung nimmt das Zusammenspiel der Facebook-eigenen Plattformen in den Fokus, was eher der Lebenswirklichkeit der User entspricht. Ausgewertet wurden für die Studie Online-Fragebögen von rund 3.000 Teilnehmern aus Deutschland, die ein Smartphone besitzen. Im Durchschnitt betrug das Alter der Teilnehmer 35,53 Jahre, ein Großteil der Befragten war zwischen 22 und 49 Jahre alt. In der Stichprobe erwies sich der Messenger-Dienst Whats-App als die am häufigsten verwendete Plattform mit der größten Reichweite (92 Prozent), dahinter folgen Facebook (57,7 Prozent) und Instagram (46,3 Prozent).

Das Alter zeigt die stärkste Assoziation mit den Social-Media- Präferenzen.

Befragt wurden die Teilnehmer über ihre kombinierte Nutzung der Social Media. Dabei zeigte sich, dass die größte Gruppe der Gesamtstichprobe alle Facebook-eigenen Plattformen (33,2 Prozent) gleichzeitig nutzte. Ausschließlich WhatsApp nutzten 24,1 Prozent, 22,5 Prozent nutzten eine Kombination aus WhatsApp und Facebook und 12,1 Prozent eine Kombination von WhatsApp und Instagram. 5,8 Prozent der Befragten nutzten gar keine der Plattformen.

Rolle der Persönlichkeit
Die Studie wurde in der Fachzeitschrift „Frontiers of Psychology“ zum ersten Mal veröffentlicht, da die Untersuchung nach dem anerkannten „Big Five Modell“ in der Psychologie vorging. Dabei handelt es sich um bestimmte Persönlichkeitsmerkmale wie Aufgeschlossenheit, Perfektionismus, Geselligkeit etc. In den entsprechenden Antworten machten die Befragten beispielsweise Angaben über ihre Offenheit für Erfahrungen, Gewissenhaftigkeit oder Verträglichkeit. Zusätzlich wurden soziodemografische Angaben der Nutzer erfasst, wie Alter oder Bildungsgrad. Aus den statistischen Analysen ergab sich, dass Personen, die mindestens eine Social-Media-Plattform nutzten, im Allgemeinen jünger und häufiger weiblich waren. Nur kleine Unterschiede fanden sich bei den Persönlichkeitsvariablen. So zeigten sich Social-Media-Nutzer etwas extrovertierter im Vergleich zu Nichtnutzern. Zusätzlich ergaben sich kleine Unterschiede innerhalb der Nutzergruppen in Bezug auf Gewissenhaftigkeit und Neurotizismus (emotionale Labilität und Verletzlichkeit).

Beim Vergleich der soziodemografischen Variablen wie Alter, Geschlecht oder Bildungsgrad konnten die Forscher feststellen, dass das Alter die stärkste Assoziation mit den Social-Media-Präferenzen zeigte. Nichtnutzer und WhatsApp-Nutzer bildeten mit 42 bis 43 Jahren die älteste Gruppe. Die Befragten, die sowohl WhatsApp als auch Instagram verwendeten, waren die jüngsten (Durchschnittsalter rund 26 Jahre). Darüber kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass Frauen in sozialen Medien stärker vertreten sind – unabhängig da-von, welche Kombination von sozialen Plattformen untersucht wurde.

Insgesamt unterstreicht die Studie die Rolle soziodemografischer Variablen, aber auch der Persönlichkeitsmerkmale Neurotizismus und Gewissenhaftigkeit bei der unterschiedlichen Nutzung sozialer Medien. Die Persönlichkeitseigenschaft Extroversion unterscheidet besonders Social-Media-Nutzer und Nichtnutzer. Die Forschergruppe zieht auch solche Rückschlüsse aus den Ergebnissen, um besser zu verstehen, welche Bevölkerungsgruppen möglicherweise besonders anfällig für die Effekte von Fake-News oder Filterblasen zu sein scheinen, die vor allen Dingen durch Social Media befeuert werden.

Über die Studie! | Modell „Big Five“

Foto: iStock.com/ViewApart

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