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Verlag Hermann Schmidt

Verlag Hermann Schmidt

In der Werbemonitor-Ausgabe 05/2016 berichteten wir über die Ausstellung „90 Jahre: Futura. Die Schrift“ im Gutenberg-Museum in Mainz. Begleitend dazu erschien im Verlag Hermann Schmidt ein wunderschöner und liebevoll gestalteter Katalog. Im Gespräch mit Bertram Schmidt-Friderichs.

In der Grafikdesign-Szene ist der Verlag Hermann Schmidt aus Mainz der Geheimtipp schlechthin. Der Onlineshop des Verlags bietet Bücher an, die das Typografenherz einfach höherschlagen lassen. Die Qual der Wahl ist groß. Grund genug für die Werbemonitor-Redaktion, den Verlag zu kontaktieren. Sabine Wolfram führte ein inspirierendes Gespräch mit Bertram Schmidt-Friderichs, in dem es um eine große Bleisetzer-Liebe, ein 520-Seiten-Buch für eine 90-jährige Schrift und außerdem darum geht, was den Verleger in der Sekunde elektrisiert hat.

Werbemonitor: Wie kamen Sie auf die Idee, in Zeiten wie diesen ein 520 Seiten starkes Buch über eine 90-jährige Schrift herauszugeben? Verzeihen Sie die Formulierung, ist das nicht purer Wahnsinn?

Schmidt-Friderichs: Einen Verlag mit dem Schwerpunkt Typografie zu gründen, ist vielleicht an sich schon Wahnsinn, aber es ist auch eine große Leidenschaft und immerhin im 25. Jahr ein Erfolgsmodell. Wir haben in dieser Zeit etliche Projekte übernommen, die zunächst unmöglich schienen – und dann doch erfreuliche Resonanz am Markt bekamen.„Futura. Die Schrift.“ war eine Herzensangelegenheit. Die Bleilettern hatten es mir schon in der Lehre als Schriftsetzer angetan.

Werbemonitor: Warum gerade die Futura und was ist an ihr wichtig?

Schmidt-Friderichs: Wie kaum eine andere Schrift verkörpert die Futura den Aufbruch in die Moderne, den Ausdruck der Avantgarde der 20er-Jahre. Die Schrift prägte nicht nur den Umbruch der „neuen Gestaltung“, sondern sie blieb auch jahrzehntelang das Symbol für „Zukunft“. Als ich von Frau Dr. Ludwig, Leiterin des Gutenberg-Museums in Mainz, erfuhr, dass es eine Ausstellung zur Futura geben sollte, war ich sofort elektrisiert. Dass aus unseren eigenen Schriftmustersammlungen einige Exponate die Ausstellung bereichern konnten, zeigt, dass „Futura“ auch hier im Verlag immer ein Thema war. Wir bemühten uns intensiv, das weit über die Ausstellung hinausgehende Begleitbuch in unser Verlagsprogramm zu bekommen. Ganz wichtig war: Kein Katalog, sondern ein Buch über die Schrift, ihre Entstehung und ihren weltweiten Siegeszug sollte es sein. Das Buch folgt dieser Reise um die Welt von Frankfurt über Berlin und Wien nach Prag, Paris und New York, den damaligen Zentren der Moderne und Avantgarde. Es wurde herausgegeben von Dr. Annette Ludwig, die die Idee dazu hatte, und den Professorinnen Petra Eisele und Dr. Isabel Naegele (beide Hochschule Mainz), die intensiv zur Futura und ihrer Verbreitung forschen konnten.

Werbemonitor: Vielen Dank für das Gespräch.

Wir danken dem Verlag Hermann Schmidt für die Zurverfügungstellung des Bildmaterials aus dem Futura-Katalog.

Das Gutenberg-Museum in Mainz stellt noch bis zum 30. April 2017 in einer Sonderausstellung die Futura in den Mittelpunkt.
www.gutenberg-museum.de

Verlag Hermann Schmidt GmbH & Co. KG, Gonsenheimer Str. 56, 55126 Mainz, Deutschland
Telefon +49 (0) 6131 – 5060 0
www.typografie.de  

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