Redaktion Werbemonitor

Urheberrecht: Teilen als Gefahr?

Wir tun es täglich: Inhalte in sozialen Medien teilen. Egal, ob von einer Zeitung, einem Blog oder von Unternehmensseiten – gute Geschichten werden verbreitet. Ist das tatsächlich legal?

Bei Unternehmen ist es immer beliebter und von Werbern wird es forciert. Die Rede ist von Social-Media-Marketing, welches sich zu einem wesentlichen Bestandteil im Marketing-Mix entwickelt hat. Der Dialog wird verstärkt und die sozialen Netzwerke werden bewusst zur Kundengewinnung eingesetzt. Die digitalen Botschaften sollen sich rasch und effizient verbreiten. Auch viele Zeitungen und Zeitschriften publizieren ihre Inhalte nicht nur in gedruckter Form, sondern bieten bei den einzelnen Online-Artikeln Share-Buttons an. Dürfen die Inhalte tatsächlich so beliebig verteilt werden? 

Abmahnungen
In Deutschland teilte eine Frau einen Artikel einer großen Zeitung. Damit wurde aber nicht nur der Link verbreitet, sondern auch ein Foto. Das wiederum sah der Pressefotograf, der die Aufnahme gemacht hatte. Er hatte der Zeitung die entsprechenden Rechte eingeräumt, aber nicht die Verbreitung durch Dritte ohne Namensnennung. Seine Anwälte kontaktierten die Dame daraufhin mit einem Abmahnungsbrief in Höhe von 1.000,- Euro. Droht das jetzt auch in Österreich?

Teilen als Gefahr
Wer Inhalte teilt, muss sich bewusst sein, dass er damit gegen das Urheberrecht verstoßen kann. Dieses schützt den Urheber, der Werke von individuellem Charakter (z. B. Texte, Fotos, Grafiken, Musik etc.) geschaffen hat, vor ungerechtfertigter Nutzung. Ein Werk liegt vor, wenn es sich um eine eigentümlich geistige Schöpfung handelt, sich also vom „Alltäglichen“ abhebt. Aus dem Urheberrecht leiten sich einzelne Rechte des Urhebers ab, vor allem auch die Verwertungsrechte.

Blogs, Facebook und Co
Die sozialen Medien bieten viele Möglichkeiten an, ganz leicht Inhalte zu teilen. Das erweckt den Eindruck der beliebigen Nutzung. „Es geht um das Schmücken mit fremden Federn. Grundsätzlich ist es wichtig, die Quelle anzuführen. Bisher habe ich es in Österreich noch nicht erlebt, dass es zu Problemen kommt, wenn die Herkunft erkennbar ist“, führt Dr. Reiter, Rechtsanwalt aus St. Pölten, aus. „Es ist ja zum Teil auch erwünscht, dass Inhalte geteilt werden. Das Urheberrecht ist international gültig. Natürlich müsste ich mir einerseits die Zustimmung zur Nutzung einholen, andererseits bin ich mit der Nennung der Quelle auf der sicheren Seite. Damit vermeide ich im Falle des Falles auch die Unterlassung.“ Wie verhält es sich mit dem Teilen von Zeitungartikeln und Berichten von großen Medienportalen? Hier verführen die Share-Buttons zur Aktivität. Auch da ist Vorsicht geboten.

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