Roland Reidinger

Grafikdesigner, Ausschussmitglied in der WKNÖ Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation.

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Tabakwerbung: erlaubt oder verboten

Ab 20. Mai 2016 müssen die bekannten Horrorbilder auf Zigarettenpackungen abgebildet werden. Auch sonst ändert sich einiges bei Werbemitteln für die Tabakindustrie.

Bis auf wenige Ausnahmen herrscht in Österreich ein absolutes Tabakwerbe- und Tabaksponsoringverbot. Als Tabakwerbung gilt jede Form der kommerziellen Kommunikation mit dem Ziel oder der direkten oder indirekten Wirkung, den Verkauf eines Tabakerzeugnisses zu fördern (§ 11 Tabakgesetz). Daher hat die Tabakindustrie den Löwenanteil ihrer Kommunikation auf das Below-the-line-Marketing verlegt. Dazu zählen unter anderem Promotion-Aktionen am Point of Sale (POS) oder andere verkaufsfördernde Maßnahmen.

Ab 20. Mai 2016 müssen die Zigarettenpackungen mit einer neuen Gestaltung im Regal stehen: mit den berühmten Horrorfotos, kombiniert mit unterschiedlichen Warnhinweisen, auf Vorder- und Rückseite. Außerdem muss eine Hotline zur Raucherentwöhnung angeführt werden. Auch die Seitenteile der Verpackung enthalten ab dann echte Warnhinweise. Die bisher angeführten Raucherwerte fallen weg. Der Konsument hat dann kaum Anhaltspunkte, um festzustellen, wie stark die Zigaretten sind. Hier kann seitens des Designs nur verstärkt mit Farben gearbeitet werden, um den Käufern damit eine gewisse Hilfestellung zu geben. Auch in Bezug auf die Deskriptoren (Produktnamen) gibt es neue Einschränkungen. Die Werbemittel z. B. in Trafiken mussten schon bisher mit einem deutlich lesbaren Warnhinweis in schwarzer Schrift und auf weißem Hintergrund in einer Gesamtgröße von 10 % des jeweiligen Werbemittels versehen sein, der das Gesundheitsrisiko des Tabakkonsums beinhaltet. Jetzt kommen neue Warnhinweise hinzu. Das bedeutet vor allem für Trafikanten eine Anpassung ihrer Regale, damit die Kunden ab 20. Mai nicht nur Bilder mit Warnhinweisen zu sehen bekommen. Noch ist die Tabakverordnung nicht ganz ausformuliert und mit einer Übergangsfrist ist zu rechnen. 

Details zu den Warnhinweisen finden sich im neuen Buch „Werbung & Recht – was erlaubt und was verboten ist“
und auf der Website des Fachverbands Werbung und Marktkommunikation

 

Als zweitgrößte Fachgruppe österreichweit im Bereich Werbung werden rund 3.400 Mitglieder mit ca. 4.200 Gewerbeberechtigungen betreut. Hier finden Sie umfangreiche Informationen sowie unterschiedliche Serviceleistungen für Ihre tägliche Praxis.

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