Mag. Dieter Walla

Mag. Dieter Walla &
Partner Steuerberater OG

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Kooperationen: Steuer & Co

Was ein Werkvertrag ist und wie dieser vom Dienstvertrag zu unterscheiden ist, haben wir in schon ausführlich dargestellt. Lesen Sie hier, was aus steuerlicher Sicht zu beachten ist, wenn zwei oder mehrere Selbstständige miteinander kooperieren.

Allen in diesem Artikel aufgezeigten Alternativen ist gemein, dass es sich immer um die Zusammenarbeit von Unternehmern handelt – von weniger intensiven Kooperationen bis hin zur Gründung eines eigenen Unternehmens.

ARGE oder GesbR
Die loseste Vereinigung mehrerer Unternehmer zur Erreichung eines gemeinsamen Zieles ist die Arbeitsgemeinschaft, kurz ARGE oder auch GesbR. Juristisch betrachtet, ist die ARGE ein schönes Gebilde, da jeder das bleibt, was er ohnehin schon vorher war, nämlich selbstständig. Das ist in der Praxis auch der Grund, warum im Geschäftsleben so wenige Arbeitsgemeinschaften als solche wahrgenommen werden. Jeder rechnet seine Leistung ab, sei es direkt mit dem Auftraggeber oder sozusagen „im Sub“, also gegenüber einem Partner, der dann seinerseits die Leistung dem Kunden verrechnet. Die ARGE, deren Umsatzerlöse € 700.000,- übersteigt, gibt es sowieso nur am Papier, denn diese ARGE wird normalerweise von vornherein als eigene GmbH gegründet.

Personengesellschaften: OG und KG
Der nächste Schritt in der Intensität der Zusammenarbeit ist die Offene Gesellschaft (OG) bzw. die Kommanditgesellschaft (KG). Diese können insofern gemeinsam betrachtet werden, da sie sich nur in der Haftung der Gesellschafter unterscheiden, sonst aber identisch sind.

Bei der OG/KG schließen sich zwei oder mehrere Personen zusammen, um unter einer gemeinsamen Firma, das ist der Name der Gesellschaft, dauerhaft gemeinsame Sache zu machen. Der Fokus liegt hier, im Gegensatz zur ARGE, auf einer dauerhaften Einrichtung und nicht auf einer einmaligen Zweckerfüllung. Nach der GmbH sind OG und KG aktuell die verbreitetsten Gesellschaftsformen in Österreich. Da die OG/KG eine eigene Gesellschaft ist, ist sie das primäre Steuersubjekt. Die OG/KG erstellt die Buchhaltung und führt die Mehrwertsteuer ab. Die Gesellschafter bekommen am Jahresende den Gewinn oder den Verlust zugewiesen, den sie dann ihrerseits versteuern müssen bzw. im Verlustfall mit anderen positiven Einkunftsquellen verrechnen können.

GmbH – Austrias next Topmodel(l)?
Die sicher beliebteste Gesellschaftsform in Österreich ist seit vielen Jahren die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH). Hauptgrund ist die Haftungsbeschränkung des Gesellschafters, die aber nicht wirklich gilt, wenn der Gesellschafter auch gleichzeitig Geschäftsführer der GmbH ist. Der Geschäftsführer haftet nämlich für seine Handlungen mit seinem gesamten Vermögen – und zwar alleine und unbeschränkt, egal wie viele Geschäftsführer die GmbH hat. Ein weiterer Grund für die Beliebtheit der GmbH war sicherlich bisher auch die Tatsache, dass nur die Geschäftsführervergütung der Sozialversicherung unterworfen wurde, die Gewinnausschüttungen mangels Empfängermeldung aber außer Ansatz blieben. Bei einer Ein-Personen-GmbH (und das sind mehr als 80 % der GmbHs) war das bisher ein wunderschönes Sozialversicherungs-Spar-Modell.

Seit Anfang 2016 ist damit Schluss. Sowohl die Steuerbehörde als auch die Sozialversicherung haben diese seit 1972 bestehende Lücke erkannt und auch mittlerweile geschlossen. Insofern ist nun auch die Gewinnausschüttung aus der GmbH bis zur Höchstbemessungsgrundlage (€ 4.860,- monatlich) sozialversicherungspflichtig. Gleichzeitig wurden auch die Kapitalertragsteuersätze auf Ausschüttungen von 25 % auf 27,5 % erhöht. Inwiefern diese Änderungen die Beliebtheit der GmbH brechen können, bleibt abzuwarten. Für kleine GmbHs kann sich aber schon die Frage nach der Vorteilhaftigkeit stellen. Der Vollständigkeit halber sei noch kurz auf die GmbH & Co KG hingewiesen, die in den 1970ern und 1980ern ihren Höhepunkt hatte, da damals der Wunsch der Unternehmer nach einer Anstellung im eigenen Unternehmen und der damit einhergehenden sozialversicherungstechnischen Einstufung bestand. Entsprechende Änderungen im Sozialversicherungsrecht in der Vergangenheit haben dazu geführt, dass diese Konstruktion ihren Sinn verloren hat.

Welche Gesellschaftsform für Sie die beste ist, kann nur in einem Gespräch eruiert werden. Der Steuerberater mit dem guten Kaffee freut sich, Sie zu einem ebensolchen einladen zu dürfen, denn „Guter Kaffee. Bessere Steuern“ ist bei uns mehr als nur ein Slogan.

Hier geht es zu den Beiträgen:
Dienstvertrag oder Werkvertrag
Wer braucht jetzt was?
Kooperationen: Wahl der Rechtsform

 Foto: © denisismagilov / Fotolia.com

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