Mag. Dieter Walla

Mag. Dieter Walla &
Partner Steuerberater OG

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Ich sehe …  
ein Licht am Ende des Tunnels …

Es ist April und der Steuerberater mit dem guten Kaffee versucht sich im Kristallkugellesen. Der Werbemonitor wird im Mai erscheinen und meine Aufgabe ist es, mir Gedanken über die Zeit nach der Coronakrise zu machen, die hoffentlich im Laufe des Sommers hinter uns liegen wird. Während diese Zeilen zu Papier gebracht werden, sitzt gerade ganz Österreich zu Hause und es wird Frühling; beim Einkaufen müssen wir Masken aufsetzen und unsere Sozialkontakte sind auf das Nötigste beschränkt. Viele Unternehmer fürchten um ihre Existenz und hoffen auf Unterstützung vonseiten der Bundesregierung, die im Abstand weniger Tage immer neue Rettungspakete schnürt. Ein Blick in die Kristallkugel und darauf, was die größte Herausforderung in dieser Zeit ist.

Was ganz neu an der Coronakrise ist, ist der Umstand, dass sie ganz Österreich, ja die ganze Welt, gleich stark trifft. Bisher waren die Herausforderungen meist lokal begrenzt, denken Sie an das Kamphochwasser oder an Lawinenabgänge. Das erste Mal in der Geschichte mussten in ganz Österreich annähernd alle Geschäfte schließen. Wenn Sie nun also diese Zeilen lesen, bedenken Sie bitte, dass es mir beim Schreiben unmöglich war, vorauszusehen, was alles bis Ende Mai noch passieren wird und wie sich die Ansteckungszahlen entwickeln.

Im besten Fall lesen Sie den Werbemonitor im Schanigarten eines Kaffeehauses und blicken mit einem Lächeln auf die vergangenen zwei Monate zurück. Davon gehe ich aktuell aber eher nicht aus. Die Kristallkugel vor mir sagt mir, dass die Herausforderungen rund um Corona wahrscheinlich eher bis Mitte oder Ende des Sommers unser Leben bestimmen werden. Auch fehlen mir (leider) die Fähigkeiten einer Gerda Rogers, ebenso waren Thommy Ten und Amélie van Tass für eine Vorhersage nicht erreichbar.

Die größte Herausforderung in diesen Zeiten ist, Liquidität ins Unternehmen zu bringen.

Liquidität
Die größte Herausforderung in diesen Zeiten ist, Liquidität ins Unternehmen zu bringen bzw. im Unternehmen zu halten. Das Finanzamt hat darauf insofern reagiert, als Vorauszahlungen für Einkommen- und Körperschaftssteuer bis auf Weiteres ausgesetzt werden können. Je nachdem, wie lange der Shutdown dauert, ist aber ohnehin nicht mit nennenswerten Unternehmensgewinnen im Jahr 2020 zu rechnen. Mitarbeiter können in die Kurzarbeit geschickt werden – diese Maßnahme ist aus meiner Sicht sehr gut, da, wenn es wieder losgeht, die Mitarbeiter den Unternehmen sofort wieder zur Verfügung stehen und nicht erst mit der schwierigen Mitarbeitersuche begonnen werden muss. Auch die Sozialversicherungsträger haben, im Bereich ihrer Möglichkeiten, auf die Krise reagiert und die Vorauszahlungen weitestgehend gestundet. Wie Sie sehen, verwende ich die Begriffe „aussetzen“ und „stunden“, was nichts anderes bedeutet als „später zahlen“! Hier liegt eine der größten Herausforderungen für die Zeit, wenn es wieder „normal“ laufen wird. Die Unternehmer müssen dann, wenn wieder Umsätze erzielt werden, selbstverständlich alle inzwischen angehäuften Forderungen bedienen. Dieses Problem ist wahrscheinlich noch nicht allen ganz klar und ich fürchte, dass uns spätestens nächstes Jahr eine Insolvenzwelle treffen wird – insbesondere, wenn man darauf nicht vorbereitet ist, und wer ist das schon?

Nach Corona wird sich die „globalisierte“ Denkweise ändern.

Der Gang zur Bank
Um das Horrorszenario Insolvenz nicht greifbar zu machen, ist es jetzt, wenn Sie diese Zeilen lesen, fast schon zu spät, um zu reagieren. Die Banken sind angehalten, alles nur Erdenkliche zu tun, um die Insolvenzschwemme hintanzuhalten. Das Problem ist nur, dass die Banken in ihrem System gefangen sind und kreditwürdig nur derjenige ist, der vor der Krise auch schon über eine brauchbare Bonität verfügt hat. Auf Deutsch heißt das: Zu retten ist nur, wer vorher schon nicht insolvenzgefährdet war bzw. über eine positive Aussicht verfügt hat.

Das ist gerade bei ganz kleinen Unternehmen, die sich von Auftrag zu Auftrag hanteln, besonders schwierig darzustellen. Der Gang zur Bank und das gemeinsame Abwägen aller Möglichkeiten ist aber sicher nicht die schlechteste Idee, denn es gilt wie so oft: Vorher reden ist einfacher als nachher betteln (gehen müssen).

Was in diesem Zusammenhang auch wichtig ist: Werden Sie sich vor dem Bankgespräch klar, wie es um die Finanzen bestellt ist. Eine Planrechnung (Liquiditätsplanung – siehe Werbemonitor 02/2019) ist hier das brauchbarste Instrument. Aktuell kann man in der Planrechnung aber sinnvollerweise nur die Kosten darstellen, da niemand in diesem Land weiß, wann und in welchem Umfang es wieder losgeht. Die Bank wird aber genau hier ansetzen und eine Schätzung haben wollen. Und schon sind wir wieder beim Kristallkugel- oder Kaffeesudlesen angekommen.

Gerade die Werbebranche ist durch die  Wirren um Corona besonders betroffen, denn welcher Kunde wird schon Werbung machen, wenn das Geschäft stillsteht, wer darf ein Event durchführen, wenn niemand die Wohnung verlassen soll? Dabei wäre gerade jetzt Zeit, sich neue Werbelinien zu überlegen, neue Auftritte zu veranlassen oder besondere Events zu planen. Nur, wer soll das Ganze bezahlen und vor allem wann?

Entsorgen Sie jetzt Ihre „Ladenhüter“.

Ladenhüter entsorgen
Ich rate allen meinen Klienten, insbesondere, wenn sie aktuell wenig bis nichts zu tun haben, gerade jetzt die Zeit zu nutzen, um Projekte durchzuführen, für die bisher keine Zeit war. Beispielsweise das Lager oder die Werkstatt zusammenzuräumen, eine Inventur zu erstellen und Ladenhüter zu entsorgen. Jetzt ist auch die richtige Zeit, das Archiv zu durchforsten.
Wenn das bei Ihnen alles nicht zutrifft, könnten Sie sich eventuell Gedanken über zurückliegende Projekte machen und analysieren, wo die Stärken und Schwächen der Kampagne gelegen sind, um sich entweder selbst weiterzuentwickeln oder dem Kunden ein Angebot zur Verbesserung zu unterbreiten. Vielleicht entwickelt sich ja dadurch ein neues Projekt, mit dem bisher nicht zu rechnen war. Bleibt natürlich die Frage der Bezahlung – auch da werden sich Zahlungsmodalitäten und -ziele finden lassen, die beide Parteien zufriedenstellen.

Geschäftsmodell überdenken
Inwieweit wir alle unsere Geschäftsmodelle so weiterführen können, wie wir das bisher gewohnt waren, oder nicht, wird die Zeit weisen. Woran ich fest glaube, ist, dass sich nach Corona die „globalisierte“ Denkweise ändern wird und wir alle wieder zurück zu einer lokaleren Struktur unserer Tätigkeit wechseln werden.

Der vor vielen Jahren verlautbarte Slogan „Fahr nicht fort, kauf im Ort“ wird meines Erachtens wieder an Bedeutung gewinnen, was insofern gerade die kleinen Anbieter fördern kann, wenn das Angebot auf die Bedürfnisse eines lokalen Marktes angepasst wird. Ich kann nur jedem raten: Schauen Sie sich an, welche Bedürfnisse Ihr lokaler Markt hat und reagieren Sie darauf!

Das Wichtigste ist, die Krise bestmöglich zu durchtauchen und weiterzuarbeiten, wenn auch im eingeschränkten Rahmen. Leider hat meine Kristallkugel kein allgemeingültiges Rezept auf Lager, aber wie schon gesagt: Der Steuerberater mit dem guten Kaffee sieht Licht am Ende des Tunnels und ist für Beratungen selbstverständlich erreichbar. Ob wir bei diesem Gespräch die Kristallkugel befragen müssen, wird die Zeit zeigen. Ich wünsche Ihnen gute Ideen – und bleiben Sie gesund!

Foto: iStock.com/NirutiStock

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