Maria Weinhofer

Obmann Stv.
T: 0650-9023299
E: atelier@grafikmanufaktur.at
www.grafikmanufaktur.at

My first Font

Selbst eine Schrift gestalten – das ist einerseits eine der komplexesten Aufgaben, die an uns Kreative gestellt werden kann, und andererseits technisch so einfach wie noch nie. Ich stelle Instrumente vor, mit denen Sie sich den Traum vom eigenen Font erfüllen können.

Brauchen Sie einen individuellen Schriftzug für ein Logo, einen Störer in einem Mailing, einen Titel in einem Magazin, einen Eyecatcher auf einem Plakat? Möchten Sie einfach nur Ihre eigene Handschrift digitalisieren? Hegen Sie die Vision, sich mit einer Schrift zu verewigen, gar DIE neue Schriftsippe auf den Markt zu bringen? Oder suchen Sie nach einer benutzerfreundlichen Lösung, Icons in Ihre Website einzubinden? Für all diese Anforderungen habe ich geeignete Tools aufgestöbert.

Der spielerische Anfang: Calligraphr
Calligraphr ist das Werkzeug der Wahl für jene, die kalligrafische Fonts erstellen, ihre Handletteringkünste quasi in Blei gießen wollen. Ein individueller Font für einzelne Sätze oder Schriftzüge, für ein handschriftliches PS in Ihrem Mailing – dafür eignet sich Calligraphr perfekt. Template ausdrucken, Buchstaben und Zeichen in die Felder malen, Template einscannen und uploaden, Schriftzeichen online retuschieren, Größe und Abstände anpassen, fertig. Oder Sie downloaden das Template und setzen Ihre Schriftzeichen in einem Bildbearbeitungsprogramm in den Raster. Die Website ist klar strukturiert, das Tool einfach zu bedienen. Das Template enthält nichts anderes als eine Art Raster, in dem Sie vorab festlegen können, welches Feld welches Schriftzeichen enthalten soll. Für den Einstieg genügt die kostenlose Basisversion, sie weist jedoch ein Manko auf: Die Zeichenabstände für einzelne Zeichen können erst in der Pro-Version angepasst werden. Das macht später, beim Verwenden der Schrift, viel Anpassungsarbeit nötig.

www.calligraphr.com
Programmsprachen: Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch
Online-Anwendung, funktioniert mit allen modernen Browsern
Dateiformate: .ttf, .otf
Kosten: Basisversion mit reduzierten Funktionen gratis / Pro-Version, die z. B. Ligaturen, weit mehr Zeichen pro Font und mehr Varianten pro Zeichen erlaubt, kostet 8 Dollar pro Monat (ca. 7 Euro).

Erste Schritte auf dem anspruchsvollen Weg zum Typedesigner: FontForge
Obwohl kostenlos, bietet dieses Open-Source-Tool überwältigend viele Funktionen. Wenn Sie ernsthaftes Interesse an Typedesign hegen, aber vor den Kosten eines Profi-Programms noch zurückschrecken, sind Sie hier gut aufgehoben. Klar verständliche Tutorials erleichtern den Umgang und unter designwithfont-forge.com finden Sie eine Anleitung, die auch Grundlegendes zum Thema „Wie gestalte ich eine gute Schrift?“ bereithält. Mit FontForge zeichnen Sie Ihre Buchstaben mittels Kurven und können in Ebenen arbeiten. Wer ein wenig Erfahrung mit dem Erstellen von Vektorgrafiken mitbringt, wird rasch gut zurechtkommen. Ebenso ermöglicht FontForge den Import von .svg und .eps aus Illustrator oder Inkscape.

fontforge.github.io
Programmsprache: Englisch
Desktop-Tool für Mac, Windows und GNU+Linux
Dateiformate: .ttf, .otf und viele mehr Kosten: gratis

Der ultimative Font-Editor für Profis: Fontlab
Auf die vielen Funktionen und Möglichkeiten einzugehen, die dieses Profi-Programm bietet, würde den Rahmen dieses Artikels sprengen. Ohnehin gilt: Wer sich ernsthaft dem Typedesign widmen möchte, braucht enormes Know-how. Ohne das entsprechende Fachwissen um Formen, Fachbegriffe, Geschichte und Entwicklung heutiger Schrift wird auch mit dem besten Werkzeug keine professionelle Schriftart entstehen – und Software ist eben nur ein Werkzeug.

www.fontlab.com
Programmsprache: Englisch
Desktop-Tool für Mac, Windows Dateiformate: .ps, .ttf, .otf und viele andere Kosten: 30 Tage gratis testen / Vollversion: 459 Dollar (entspricht aktuell ca. 405 Euro) / für Studierende und Lehrpersonen gibt es Ermäßigungen.

Der Icon-Font-Editor für Webdesigner: Fontastic
Mit Fontastic erstellen Sie keine Schrift, sondern ein Icon-Set. Das ist nützlich, wenn Sie im Webdesign häufig Icons einsetzen. Denn Icons, die als Font in die Website integriert werden, können mittels CSS wunderbar bearbeitet werden: Fügen Sie Schatten oder Farben hinzu, skalieren Sie das Icon – was auch immer Ihre CSS-Kenntnisse ermöglichen. Das Icon wird, im Gegensatz zu einer eingebundenen Bilddatei, immer eine gute Figur machen. Und so funktioniert es: Kreieren Sie Ihre Icons z. B. in Illustrator, importieren Sie diese als SVG, Fontastic wandelt sie in einen Icon-Font um. Die Handhabung gestaltet sich einfach, Fontastic leitet Sie mit vielen Bildern durch den Prozess. Das Font-Package können Sie downloaden, zusätzlich stellt Fontastic ein CSS-Stylesheet und Code-Schnipsel für das Einfügen des Icon-Fonts in Ihre Web-Projekte zur Verfügung.

fontastic.me
Programmsprache: Englisch
Online-Anwendung, funktioniert mit allen modernen Browsern
Dateiformate: .ttf, .eot, .svg, .woff
Kosten: gratis

Ist Typedesign für Sie noch völliges Neuland, lege ich Ihnen folgende Bücher ans Herz:

  • „Anatomie der Buchstaben. Basiswissen für Schriftgestalter“  
    Karen Cheng, Verlag Hermann Schmidt Mainz
    Hier geht es um Nanotypografie. Das ist die Gestaltung der einzelnen Schriftzeichen, die „Kunst, Buchstaben und andere Zeichen zu formen: die Rundungen, die Ausprägung und Länge der Serifen etc.“ Denn: „Es sind die subtilen Details, die kleinen optischen Raffinessen, das Abweichen von der rein logisch-konstruktiven Form, die darüber entscheiden, ob eine Schrift angenehm, harmonisch wirkt, widerspenstig, interessant, oder ob wir sie unbewusst ablehnen.“ (Zitatquelle: Verlag Hermann Schmidt Mainz, https://typografie.de/produkt/anatomie-der-buchstaben)

  • „Detailtypografie. Nachschlagewerk für alle Fragen zu Schrift und Satz“  Friedrich Forssman und Ralf de Jong, Verlag Hermann Schmidt Mainz
    Dem Titel dieses mächtigen Werkes ist nichts hinzuzufügen. Der hält, was er verspricht.

  • Linktipps für alle, die ein Gefühl für die Komplexität seriösen Schriftgestaltens entwickeln wollen:
    www.typeworkshop.com > type-basics
    19 einfache Skizzen erhellen Basisbegriffe der Nanotypografie.

  • www.typografie.info 
    Die deutschsprachige Fundgrube für alles Wichtige rund um Typografie im Internet.

Foto: iStock.com/esolla

Als zweitgrößte Fachgruppe österreichweit im Bereich Werbung werden rund 3.400 Mitglieder mit ca. 4.200 Gewerbeberechtigungen betreut. Hier finden Sie umfangreiche Informationen sowie unterschiedliche Serviceleistungen für Ihre tägliche Praxis.

Kontakt

WKNÖ Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation
Wirtschaftskammer-Platz 1, 3100 St. Pölten
Tel.: 02742 851 - 19712
Fax: 02742 851 - 19719
  werbung@wknoe.at

Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Website & -tools erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Nähere Informationen in unserer  Datenschutzerklärung.