Redaktion Werbemonitor

Die neuen sozialen Medien

Derzeit existieren weltweit rund 210 soziale Netzwerke. Neben dem größten, Facebook, haben es sich viele kleinere, wie Instagram, Snapchat, Pinterest, Reddit, Flickr und Co, gemütlich gemacht und ziehen Millionen von Nutzern an. Denn fest steht: Nicht alle Nutzer vertrauen auf den Riesen aus Palo Alto. Bei einem Mitglieder-Jour-fixe in der Wirtschaftskammer Baden stellte Vortragender Marijan Kelava die Vor- und Nachteile gegenüber, welche Zielgruppen wo zu finden sind und welche Kampagnenziele sich damit verwirklichen lassen.

Weltweit gibt es mehr als 210 soziale Netzwerke!

Facebook ist in aller Munde. Selbst wir als WKNÖ Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation setzen auf dieses Kommunikationsmedium (www.facebook.com/werbemonitor.at). Es ist das größte Netzwerk mit rund 1,3 Milliarden täglichen aktiven Nutzern. Die Zahlen in Österreich sind ebenso beacht-lich: 3,7 Millionen Nutzer, das entspricht 42 Prozent der Be-völkerung. Zum Vergleich: Instagram kommt auf 1,6 Millionen User in heimischen Gefilden. Twitter spielt in Österreich keine bedeutende Rolle, was die Nutzerzahl betrifft. Es sind nur rund 148.000 am Werken, die sich aus Journalisten, Medien und Persönlichkeiten aus der Politik zusammensetzen. Selbst die Businessplattformen Xing mit rund 800.000 und Linkedin mit 770.000 Nutzern weisen mehr User auf.

Abseits von Facebook
Im Schatten der größten sozialen Plattform der Welt haben es sich kleinere Dienste gemütlich gemacht. Wir stellen Fakten und Einsatzmöglichkeiten von Instagram, Whatsapp, Youtube, Linkedin, Snapchat und Reddit gegenüber.

Instagram
Beliebt ist das visuelle soziale Netzwerk allemal, um hier Fotos und Videos zu teilen. Es kann weltweit auf rund 800 Millionen Nutzer verweisen und in Österreich, wie schon angeführt, auf rund 1,6 Millionen. Im Zentrum stehen die Instagram Storys und der Instagram Feed. Bei den Storys verhält es sich ähnlich wie bei Snapchat, der Content lebt nur 24 Stunden. Der Feed ist zeitlos und der Fokus geht in Richtung Langlebigkeit und Schaufenster. Kritisiert wird zumeist die unwirkliche Welt, die auf gnadenlose Selbstinszenierung aus ist, sowohl von Stars als auch von Influencern. Was immer mehr zum Problem wird: nicht gekennzeichnete und bezahlte Beiträge, abgesehen von gekauften Followern. Interessant dazu ein Artikel auf Faz.net: „Instagram-Ästhetik: die neue Bühne der Jugend“ – Link dazu in der Infobox. Für Werber ist Instagram natürlich sehr interessant, da es das Fenster in die eigene Welt bedeutet und so Marken und Produkte entsprechend darstellt. Es gilt der alte Grundsatz: Bilder wecken Emotionen! Branding ist das Gebot der Stunde und die Storys helfen zu einer schnellen Newsdistribution. Hinzu kommen Story-Ads, um die Aufmerksamkeit für die eigene Marke zu wecken.

Die größten Probleme: nicht gekennzeichnete und bezahlte Beiträge, gekaufte Follower.

Whatsapp
Der Messengerdienst wurde 2014 von Facebook um 22 Milliarden USD gekauft. Sicherheit stand hier lange nicht an erster Stelle, es gab und gibt Datenschutzbedenken. Whatsapp ist sicher in der einfachen B2C-Kommunikation einzusetzen und die Zahlen sprechen für sich. Weltweit gibt es rund 1,3 Milliarden monatliche Nutzer.

Youtube
Hierbei handelt es sich um kein klassisches soziales Netzwerk, da sich die Konsumation deutlich unterscheidet. Immerhin gibt es weltweit 1,5 Milliarden Nutzer. PewDiePIe beispielsweise, ein schwedischer Webvideoproduzent und Betreiber des gleichnamigen Youtube-Kanals, hat schon alleine über 51 Millionen Abonnenten. Noch ein paar Zahlen: Jede Minute werden rund 300 Stunden Material hochgeladen, täglich werden fünf Milliarden Videos gesehen und 80 Prozent der Youtube-Nutzer stammen von außerhalb der USA. Ein wichtiger Meilenstein war sicher die Unterzeichnung eines Lizenzvertrags zwischen GEMA in Deutschland (Musikverwertungsgesellschaft, vergleichbar mit AKM in Österreich) und Youtube. Das Thema Schleichwerbung trifft natürlich auch diesen Kanal. Aber die Masse der Social-Media-User tummelt sich auf dieser Plattform. Für Werber zählen hier wieder das Branding, das Geschichtenerzählen und die aktive Videokonsumation. Es ist eine kurze und effektive Werbung möglich.

Linkedin
Alleine im DACH-Raum (Deutschland, Österreich, Schweiz) gibt es zehn Millionen User. Weltweit bewegt sich das bei rund 500 Millionen, davon 100 Millionen monatliche aktive Nutzer. Auch hier hat ein Branchenriese das Unternehmen übernommen. Microsoft gab dafür kolportierte 26 Milliarden USD aus. Der Umsatz im zweiten Quartal 2017 betrug eine Milliarde USD. Bei diesem Netzwerk geht es ganz klar um Leadgenerierung, die Übernahme von Themenführerschaft, ein gezieltes B2B-Targeting und natürlich um alles rund um HR (Human Resources).

Snapchat
Vor allem Jugendliche lieben dieses Tool und verbringen viel Zeit damit. Weltweit hat es rund 200 Millionen aktive Nutzer, davon 100 Millionen täglich. Die Nutzungsmotive hier sind der Austausch von Bildern, das Chatten und vor allem der Zeitvertreib (rund 51 Prozent). Veröffentlicht werden kann die Snapchat Story, die 24 Stunden lang verfügbar ist. Großer Kritikpunkt ist sicher der Datenschutz, gab es doch im Jahr 2014 einen großen Leak, bei dem private Bilder, zum Teil auch pikante, zum Download angeboten wurden.

Reddit
Bei Reddit handelt es sich um eine Diskussionsplattform, bei der News oder Posts erstellt werden und wo natürlich kommentiert wird, was das Zeug hält. Der Begriff „Reddit“ ist eine Kombination aus „Read“ (lesen) und „Edit“ (editieren). Die Diskussion erfolgt in den Subreddits, die abonniert werden können. Reddit ist rund 1,8 Millionen USD wert.

Zielgruppen
Facebook: alle demografischen Gruppen
Instagram: ist stark, bei unter 35-Jährigen
Snapchat: ist stark, bei unter 25-Jährigen
Linkedin/Xing: Business-Zielgruppen
Twitter: Meinungsbildner, Politik, Medien
Youtube: alle demografischen Gruppen

Kampagnenziele
Facebook: Brand Awareness, regionaler Bekanntheitsgrad, Traffic, Conversions, Leadgenerierung
Instagram: Brand Awareness
Snapchat: Brand Awareness
Linkedin/Xing: B2B, Conversions, Leadgenerierung Twitter: Meinungsbildung

Artikel auf Faz.net
Instagram-Ästhetik: die neue Bühne der Jugend

Über den Vortragenden: Vielen Dank an Marijan Kelava, der sich seit rund zehn Jahren mit Digitalmarketing und Social Media auseinandersetzt und uns die Inhalte sowie die Charts nach seinem Vortrag zur Verfügung gestellt hat.
marijanbloggt.at

Foto: Maksym Yemelyanov © 123RF.com

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