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Redaktion Werbemonitor

Auf Tuchfühlung

Textilien sind nach wie vor ausgezeichnete Werbeträger. Wenn sie professionell gemacht sind, werden sie gerne und oft getragen. Ob für Freizeit, Sport oder als Arbeitskleidung – sie gelten nach wie vor als eines der beliebtesten Aushängeschilder für Unternehmen. Was kann man bedrucken, welche Trends gibt es, worauf legen Kunden Wert und wie steht es um Corporate Fashion? Wir haben nachgefragt.

T-Shirts, Kappen, Jacken, Stirnbänder, Hemden und Softshell-Jacken sind klassische Werbemittel. Fest steht: Diese Art der Werbung funktioniert, denn sie erregt Aufmerksamkeit. Was ist in diesem Bereich zu erwarten? Drei niederösterreichische Kreativbetriebe orten verschiedene Trends bei den Farben und bei den Veredelungen.

Trends
Die Unternehmerin Elke Novak nimmt aktuell bei ihren Kunden zwei Trends wahr. Sie ist mit ihrem Betrieb kultshirt in Leobersdorf beheimatet und meint: „Einerseits wird es immer modischer in Richtung ,Fashion‘. Es gibt neue Schnitte, Trendfarben oder mehrfarbige Textilien.“ Andererseits würden sich die klassischen Unisex-Modelle bewähren, die am meisten abdecken können und für Damen sowie Herren passen. Wichtig sei die Qualität der Textilien, diese ginge mittlerweile bei T-Shirts schon in Richtung Retail. Ihrer Erfahrung nach greifen Kunden aus der Industrie auf Standardkombinationen zurück, z. B. T-Shirts von bewährten Marken, auf die das Logo mit Siebdruck aufgebracht wird.

Eine wichtige Serviceleistung von kultshirt ist es, jenen Kunden, die keine Standardprodukte haben möchten, das Design und die komplette Anfertigung der Textilien gemeinsam anzubieten. Abhängig von Gestaltung und Farbe beginnt das schon bei 250 Stück. Poloshirts oder Softshell-Jacken werden gerne im Firmen-CD hergestellt. Auch im Sport gehe man mit der Mode und die Kunden setzen vermehrt auf Eigenproduktionen. Dazu zählen coolen Farben bis zur Naht oder sogar über die Naht bedruckt, was in der Textilveredelung schwer zu lösen ist. „Die Zukunft verlangt nach einer Komplettlösung zur Personalisierung von Mode“, meint René Gröbner von [TM] extension aus Petzenkirchen. „Fashion on Demand“ be-werkstellige er mit seinem Team zurzeit am besten mit dem digitalen Direktdrucksystem. Seiner Meinung nach muss die Bekleidung wieder qualitativ hochwertiger werden: „Sie soll nicht mehr um die halbe Erdkugel transportiert werden und darf keine Giftstoffe enthalten.“ In der Mode- und Designbranche würden die Kunden nicht fragen, Trends würden vorgegeben. „Trendfarben etwa werden schon Jahre zuvor von Spezialisten sorgfältig ausgewählt, damit sich die Industrie darauf einstellen kann.“

Er persönlich findet die jährliche Trendfarbe gut, sie bringe Abwechslung hinein. 2018 habe er allerdings gemerkt, dass die wenigsten Kunden mit der Trendfarbe Violett umgehen konnten. Für ihn als Designer hingegen sei es sehr leicht, mit Violett zu arbeiten, da diese Farbe für jeden Typ geeignet sei: „Wenn man mehr Blau dazumischt, können es die kühleren Farbtypen gut tragen, umgekehrt funktioniert es mit Rot. Genauso verhält es sich mit der Komplementärfarbe Gelb, diese lässt sich sehr gut mit Violett kombinieren.“ 2019 sieht er mit der neuen Trendfarbe Coral ähnliche Herausforderungen auf die Kunden zukommen, die aus seiner Sicht auf alle Fälle einen Designservice benötigen.

Bernhard Kastner aus Krems hat mit einem Partner die Jackenschmiede ins Leben gerufen. Seiner Meinung nach geht der Trend ganz klar zur Individualisierung von Textilien, in Richtung Corporate Fashion: „Was früher nur großen Unternehmen und Konzernen vorbehalten war, wird durch neue Innovationen und Produktionstechniken immer mehr für kleinere Unternehmen interessant. Am Beispiel unseres Paradeprojekts Jackenschmiede können wir bei Softshell-Jacken bereits ab 15 Stück jedes beliebige Design vollflächig umsetzen. Eine Herausforderung, der wir uns mit Leidenschaft und textilem Wissen stellen.“ In Kombination mit der dazu entwickelten 3-D-Visualisierung könne er Projekte zu einem einzigartigen und innovativen Produkt realisieren, welche er künftig gemeinsam mit exklusiven Partneragenturen am Markt etablieren wolle.

Verarbeitung und Veredelung
„Die digitale Revolution kommt uns sehr zugute“, ist sich René Gröbner sicher. Unternehmen seien hier mit großen Markteintrittsbarrieren konfrontiert. Fachwissen müsse mit der geeigneten Technologie verbunden werden. Zurzeit arbeite er sehr stark im DTG (Digitalen Textildruck). In nächster Zeit sollte alles, auch Accessoires, in Kleinmengen bis hin zu Einzelstücke veredelbar sein. „Wir stellen schon lange Applikationen auch in Kleinmengen her, z. B. Druck und Stick kombiniert.“ Bernhard Kastner führt aus: „Es entstehen ständig neue Drucktechniken. Jedoch muss ich ehrlicherweise festhalten, dass die klassischen Veredelungsarten immer noch die langlebigsten und gefragtesten sind! Die Sublimation wird aber gerade für den Bereich der Individualisierung bzw. der Corporate Fashion in kleineren Auflagen an Bedeutung gewinnen!“

kultshirt bietet nach wie vor alle gängigen Veredelungstechniken an – Sieb-, Thermotransfer-, Digital- und Sublimationsdruck. Hinzu kommen Sticken, Flocken, 3-D-Puff-Druck, Strass und mehr. „Aus meiner Sicht ist die qualitativ beste Drucktechnik noch immer der Siebdruck. Die Qualität der Folien wird zwar besser, aber Digitaldruck ist sehr kostenintensiv. Der Drucker ist teuer und er sollte ausgelastet sein“, meint Elke Novak. Dieser setze allerdings eine gewisse Stückzahl voraus, wobei es schon ab 30 bis 40 Stück losginge. Im Stickbereich möchten immer mehr junge Leute (Vereine, Start-ups) ihre Kappen und Mützen individuell besticken lassen. Das sei oft beim Design mit kleinen Details eine Herausforderung.

Worauf setzen die Kreativbetriebe?
Bernhard Kastner legt mit seinem Partner aus der Jackenschmiede, Christian Korbel von Korbel Austria in Gobelsburg, den Fokus auf jegliche Textilprodukte in Kombination mit einem individuell an den Kunden angepassten Onlineshop-System. Wichtig in diesem Bereich sind den beiden Fair Wear sowie Oeko-Tex-Standards, sie möchten weg von Fernostproduktionen mit unmenschlichen Arbeitsbedingungen. Mit der hauseigenen Designabteilung werden 3-D-CAD-Visualisierungen für kurzfristige und schnelle Entscheidungen sowie die Produktion von Prototypen angeboten.
Bei Elke Novak wird Beratung großgeschrieben, da sie oft Kosten im Sinne des Kunden optimieren könne. Außerdem gibt sie Empfehlungen, wie die Outfits zueinanderpassen und kombinierbar sind. „Das schätzen die Kunden, weil sie wenig Zeit haben.“
René Gröbner ist in seinem Team der Kreative, der die einzelnen Produktionsmaschinen an die Grenze des Möglichen treibt. „Die Kunst ist es, einzigartige Designs auch kostengünstig zu realisieren.“ 

JACKENSCHMIEDE
Bernhard Kastner oder Christian Korbel
T: +43 650 4711 100
Feldgasse 8, 3550 Gobelsburg
E: office@korbel-austria.com
www.jackenschmiede.com 

kultshirt
Elke Novak e.U.
Günselsdorfer Straße 3b, 2544 Leobersdorf
T: +43 699 1200 6347
E: info@kultshirt.at
www.kultshirt.at

[TM] extension
René Gröbner
Ötschergasse 3, 3252 Petzenkirchen
T: +43 664 423 4264
E: office@r-groebner.at 
www.tm-extension.at

Die Fotobeispiele sind im WM02/2019 beschrieben. Einfach reinschauen.

Als zweitgrößte Fachgruppe österreichweit im Bereich Werbung werden rund 3.400 Mitglieder mit ca. 4.200 Gewerbeberechtigungen betreut. Hier finden Sie umfangreiche Informationen sowie unterschiedliche Serviceleistungen für Ihre tägliche Praxis.

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WKNÖ Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation
Wirtschaftskammer-Platz 1, 3100 St. Pölten
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