Redaktion Werbemonitor

Das war der zweite Experten TALK mit XING

Erneut war eine Expertin bei der Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation zu Gast: Christina Knezevic, Chefin von XING Österreich. Im Mittelpunkt des Gesprächs standen das soziale Netzwerk, die Digitalisierung und in welche Richtung diese jetzt Sprünge macht. Spannend waren die Frage zur Positionierung und das heiße Thema „XING oder LinkedIn“?

Beim Experten TALK sind Profis aus der Branche per Videokonferenz eingeladen, um mit einem kleinen interessierten Kreis von Kreativbetrieben fachliche Fragen zu diskutieren. Diesmal stand XING Österreich-Chefin Christina Knezevic für Fragen zur Verfügung. Das Online-Business-Netzwerk wurde 2003 gegründet, damals noch unter dem Namen OpenBC, und schon 2006 in XING umbenannt. Seit 2019 wird mit dem Namen NEW WORK SE gearbeitet. Ziel des Unternehmens ist es, sich auf die Zukunft der Arbeitswelt zu konzentrieren. Mittlerweile gibt es zehn verschiedene Marken, die dazugehören, z. B. Kununu, XING Events und mehr.

Digitalisierungsschub
„Österreich wurde mit der Pandemie von heute auf morgen digitalisiert“, stellte Christina Knezevic fest. Es sei deutlich zu sehen gewesen, mit welchen Themen Betriebe zu kämpfen hatten. Stichwort: Breitbandinternet, Hardware etc. Das Bestreben ist es, den Digitalisierungsschub voranzutreiben, wir sind aber noch lange nicht am Ende der Fahnenstange in Bezug auf die Digitalisierung angekommen. Denn die Unternehmen – und auch die Bundesregierung – hatten Pläne für die nächsten 20 Jahre: E-Commerce voranzutreiben, ein vollständiges Breitbandinternet auszubauen und digitale Vertriebskanäle aufzubauen. Das ist jetzt alles in die nahe Zukunft gerückt und schon in den nächsten fünf bis zehn Jahren zu diskutieren.

Frank Thelen, ein deutscher Tech-Investor, der sich stark mit der Zukunftsforschung beschäftigt, hat das Zitat geprägt, dass sich in den nächsten zehn Jahren mehr verändern wird als in den letzten 100 Jahren. Eine neue Dynamik am Markt entsteht, die daher kommt, dass Unternehmen die Digitalisierung für sich nutzen – ebenso wie die Möglichkeiten auf der Vertriebsseite, zu denen die Bereiche Marketing und Recruiting hinzukommen. Die Expertin appelliert an Unternehmen: „Es wird in Zukunft leider nicht genug sein, E-Mails zu schreiben, ein Zoommeeting zu bedienen und die Mitarbeiter im Homeoffice arbeiten zu lassen. Es gibt in Österreich diesbezüglich einen großen Aufholbedarf. Aber es zeigt sich auch, dass sich die Unternehmen intensiv damit beschäftigen und um Unterstützung bitten.“

Neue Kommunikation
Die Kreativbranche beschäftigt sich umfassend damit, wie für Kunden kommuniziert wird, welche Arten von Kunden sich die Betriebe wünschen und wie der Dialog mit den Konsumenten stattfinden wird. Eine grundsätzliche Änderung ist ohnehin zu bemerken. Expertin Christina Knezevic ist sich sicher, dass es die reinen „Push-Nachrichten der Vergangenheit“ (z. B. nur Inserate) so nicht mehr gibt. Viele Informationen sind frei zugänglich und die Zielpersonen haben manchmal mehr Informationen, als sich Unternehmen wünschen. Angesagt sind Individualisierung und das Ansprechen der Kunden auf Augenhöhe. Dazu gehören eben der Dialog, die Möglichkeit, ein Feedback zu geben, und der Konsument möchte sehen, wie das Unternehmen reagiert. Das geht vom Kauf über die Nachbetreuung bis hin zum Wiederkauf.

E-Recruiting
Künftig wird die Suche nach bzw. die Vermittlung von qualifizierten Arbeitskräften ganz stark von der Künstlichen Intelligenz (KI) getrieben sein. Die KI könnte berechnen, wer was besonders gut kann und die Auswahl etwa auf die Top-10-Bewerber einschränken. Bestimmte Algorithmen verwendet XING ohnehin schon heute. Nicht nur beim Recruiting, sondern auch im Marketingbereich. Denn als XING-Mitglied bekommt man Jobs vorgeschlagen oder Unternehmen, das geht für beide Seiten (Kandidatenprofile). In Zukunft wird KI all das abnehmen und viele Routineaufgaben werden durch die Automatisierung übernommen. Der Mensch wird weiterhin eine wichtige Rolle spielen, denn wer sonst kann entscheiden, ob ein „cultural fit“ passt, jemandem das Produkt entspricht oder das Unternehmen für den Kunden passt? Das kann man nur in einem Dialog zwischen Menschen feststellen, und das wünschen sich Menschen und fordern es auch. Jeder soll so viel Unterstützung wie möglich erhalten, damit man sich mehr um das Warum kümmern kann und wir so mehr Zeit für die wesentlichen Dinge haben.

Unterschiede XING und LinkedIn
Die beiden Business-Netzwerke decken unterschiedliche Märkte ab. Die Antwort auf die Frage, wo man aktiv sein sollte, hängt von verschiedenen Faktoren ab – wie die Zielgruppen, Alter, Berufe, Länder etc. LinkedIn ist in 150 Ländern aktiv, XING besetzt die Nische im DACH-Raum. Die Zahlen der beiden Netzwerke in Österreich sind nahezu immer gleich, es sind einfach unterschiedliche Menschen auf den Plattformen unterwegs. Grundsätzlich kann man sagen: Bei LinkedIn sind die großen Unternehmen vertreten, die international tätig sind. In Österreich und im KMU-Bereich, im Mittelstand ist man eher auf XING, weil das Netzwerk die Tiefe bis zum KMU liefern kann. Viele sind aus den genannten Gründen auf beiden Plattformen aktiv. Einen Tipp hat Christina Knezevic noch: „Lassen Sie sich von den Netzwerken zeigen, wo Ihre Zielgruppen sind, um danach eine Entscheidung zu treffen. Setzen Sie in Bezug auf die Ressourcen Ihre Prioritäten, denn Sie müssen die Dynamiken der einzelnen Netzwerke gut kennen.“ Abschließend wurde eine Fragerunde eingeläutet, in der brennende Themen der Mitglieder zur Sprache kamen.   

Als zweitgrößte Fachgruppe österreichweit im Bereich Werbung werden rund 3.400 Mitglieder mit ca. 4.200 Gewerbeberechtigungen betreut. Hier finden Sie umfangreiche Informationen sowie unterschiedliche Serviceleistungen für Ihre tägliche Praxis.

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