Redaktion Werbemonitor

Das war der Kreativ-Wirtschafts-Kongress 2016

Kreative Leistungen und Innovationen sind immer öfter der Schlüsselfaktor, um sich im Wettbewerb bessere Chancen zu sichern. Mit der Digitalisierung entsteht eine neue Welt des Arbeitens und es stellt sich die Frage: Gibt es eine digitale Kreativität und wo bleibt sie in der neuen Welt des Arbeitens? Wo treffen sich Know-how, datenbasierte Vernetzung und menschliche Intelligenz? Antworten erhielten die Teilnehmer des Kongresses Stück für Stück. Sie tauchten ein in die schöne neue Welt der Digitalisierung und „erwachten“ ganz zum Schluss bei einem Vortrag mit einem sehr mulmigen Gefühl.

Die New Design University (NDU) in St. Pölten ist das Zentrum für eine anspruchsvolle Ausbildung in den Bereichen Design, Technik und Business. Genau der richtige Ort, um den zweiten Kreativ-Wirtschafts-Kongress zu organisieren. Geladen waren die niederösterreichische Werbe- und Kreativwirtschaft, Studierende der NDU, Ingenieurbüros, Innenarchitekten, Drucker, Architekten, kreative Handwerker, Fotografen, Filmer, Medienfachleute und Absolventen von einschlägigen WIFI-Kursen. Die Gastgeber WKNÖ-Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation, das WIFI NÖ sowie die NDU positionierten den Kongress als Plattform zum Wissensaustausch und zum Netzwerken.

Gleich zu Beginn gab es ein Speed Networking für die Bereiche New Business, Design und Jobs. Im regen Austausch gaben sich die kreativen Köpfe mit ihren Leistungen ein Stelldichein. Nach der Begrüßung durch WKNÖ-Fachgruppenobmann Günther Hofer, WKNÖ-Präsidentin Sonja Zwazl und NDU-Prorektor Mag. Johannes Zederbauer, hatten die Teilnehmer die Qual der Wahl, sich zwischen den Vorträgen von Top-Speakern zu entscheiden.

Keynote und interaktive Sessions
Zeitgleich fanden im ersten Durchgang eine hervorragende Keynote und zwei interaktive Sessions statt. Karl-Heinz Land, bekannt als „Digitaler Darwinist“ und Evangelist sowie Experte im Bereich digitaler Transformation, zeigte in seinem spannenden Vortrag auf, wie die zunehmende Digitalisierung von Produkten und Services Marktbedingungen, Kundenverhalten, soziale Interaktion und Kommunikation verändert. Das Gebot der Stunde: jetzt als Unternehmer darauf reagieren. Griffige Beispiele und Ideen für Services gibt es mittlerweile sehr viele, es ist an der Zeit, nachzuziehen.

Genau das vermittelte Christina Neuwirth in ihrer interaktiven Session. Die Expertin für Change Management und Innovationsprozesse stellte anschaulich den Weg in das digitalisierte Business dar und wie Kreativbetriebe ihre Kunden dabei mitnehmen. Gerald Steger, Generaldirektor der Café+Co International Holding GmbH, ließ mit einer Idee aufhorchen. Er zeigte anhand des eigenen Beispiels, wie der Kreativprozess vonstattenging, einen iPhone-kompatiblen Kaffeeautomaten zu kreieren.

Cyborg
Im zweiten Block wurde es futuristisch. Live aus Madrid via Skype zugeschaltet war Neil Harbisson. Der britisch-irische Künstler hat sich eine Antenne in den Hinterkopf implantierten lassen, mit der er als farbenblinder Mensch elektronisch Farben „sehen“ kann. Sie werden als Töne über die Schädelknochen zum Innenohr übertragen, wodurch er sogar Farben hören kann. Er ließ das erstaunte Publikum an den Tönen teilhaben und zeigte anhand von bunten Bildern, wie seine Welt funktioniert. Er kann mit der Antenne sein Visavis erkennen und beschrieb bei seinen zahlreichen Treffen mit Promis aus aller Welt, wie er sie wahrnimmt. Das Publikum überhäufte den von seiner Regierung als Cyborg anerkannten Künstler mit zahlreichen praktischen Fragen, die er bereitwillig beantwortete, z. B. wann ihn die Antenne stört oder ob er schon einmal gehackt wurde. Er will seine Experimente künftig fortführen und verriet, dass er sich demnächst ein Implantat in seine Schädelknochen einpflanzen lässt, mit dem er die Zeit spüren kann. Der Vortrag inspirierte die Teilnehmer natürlich zu regen Diskussionen.

Parallel dazu führte Matthias Fiegl, Vice President Business Marketing & M2M Services T-Mobile, seine Gedanken zur neuen Welt des Arbeitens mit der Machine-to-MachineKommunikation aus. Jörn-Henrik Stein, Geschäftsführer des 3D-Kompetenzzentrums Schiner 3D Repro aus Krems, erschloss den Zuhörern die dritte Dimension, mit der Ideen Gestalt annehmen. Rapid Prototyping für Bebauungskonzeptionen, ganze Gebäudekomplexe, einzelne Häuser oder verschiedenste Prototypen wird so möglich.

Den Abschluss des informativen Tages machte Thore D. Hansen. Der Bestsellerautor für Cybersecurity nahm der schönen neuen Welt ihren eben erst errungenen Glanz. Schritt für Schritt zeigte er die Sicherheitsmängel in der digitalen Vernetzung auf und erbrachte den Beleg dafür, dass es nicht sinnvoll ist, alles zu tun, nur weil wir glauben, es zu können. Dem Publikum wurde ganz mulmig zumute bei den Beispielen, die der Schriftsteller anführte. Jeder denkt: „Es wird mich nicht treffen“ – bis der Crash oder der von Cyberterroristen gekaperte eigene Computer zur Realität wird. Und das waren noch kleinere Beispiele. Banken, Atomkraftwerke und Industriebetriebe sind im Visier von Cyberkriminellen. Die Intention des Journalisten ist es aber nicht, die Digitalisierung schlechtzureden, sondern einfach die Menschen wachzurütteln, um sich besser zu schützen. Der Abend dauerte lang und ging mit angeregten Diskussionen zu Ende – Gesprächsstoff war schließlich genug vorhanden.

Fotos, Eindrucke und mehr ...

zum Video ...

Als zweitgrößte Fachgruppe österreichweit im Bereich Werbung werden rund 3.400 Mitglieder mit ca. 4.200 Gewerbeberechtigungen betreut. Hier finden Sie umfangreiche Informationen sowie unterschiedliche Serviceleistungen für Ihre tägliche Praxis.

Kontakt

WKNÖ Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation
Wirtschaftskammer-Platz 1, 3100 St. Pölten
Tel.: 02742 851 - 19712
Fax: 02742 851 - 19719
  werbung@wknoe.at