Redaktion Werbemonitor

CSR in der Kommunikationsbranche

CSR – Corporate Social Responsibility – gewinnt in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung. Wie lässt sich gesellschaftlich verantwortungsvolles Handeln mit betrieblicher Wirtschaftlichkeit und dem hohen Wettbewerbsdruck vereinbaren?

Grundsätzlich geht es bei CSR darum, eine Balance zwischen wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Bedürfnissen herzustellen. Der schonende Einsatz von Ressourcen aber auch ein achtsamer und transparenter Umgang mit Kunden, Mitarbeitern und Lieferanten zählen dazu. Hinzu kommt, dass sich das Bewusstsein der Konsumenten in Bezug auf CSR in den letzten Jahren verändert hat, da die Aktivitäten der Unternehmen in diesem Feld gestiegen sind und die Betriebe das auch deutlicher kommunizieren. Auf der anderen Seite sind die Verbraucher sehr aufmerksam geworden und rufen rasch über die sozialen Netzwerke zu einem Boykott von Firmen mit fehlerhaftem Verhalten auf. Dazu zählt auch das bewusste Greenwashing, die sozusagen dunkle Seite der CSR, wobei mit Kampagnen und PR-Aktionen so getan wird, als ob.

Der wichtigste Erfolg ist der Imagegewinn von Produkten, Marken oder Dienstleistungen gegenüber den Kunden!

Sensibilisierung
Gerade die Kommunikationsbranche nimmt bei CSR eine besondere Stellung ein, denn ihre Aufgabe ist es, ehrlich,  glaubwürdig und offen zu kommunizieren. Nur wenn die Rezipienten Vertrauen in die erhaltene Information setzen, wird sie auch erfolgreich sein. Wichtig ist, dass sich jeder Unternehmer, ob EPU oder KMU, mit dem Thema auseinandersetzt und sich für die verschiedenen Bereiche sensibilisieren lässt. Aus der Fülle an Informationen gilt es abzustecken, welche CSR-Strategie für den jeweiligen Betrieb sinnvoll ist. Gerade kleine Firmen handeln oftmals nachhaltig, obwohl es ihnen in dem Ausmaß nicht bewusst ist oder sie es nicht  unter CSR-Maßnahmen einreihen würden.

Kodizes für ethische Grundsätze
Je nach Berufsbild stehen ethische Grundsätze in Form von unterschiedlichen Kodizes zur Verfügung, wie bei-spielsweise der Athener Kodex, Ehrenkodex des PRVA, Stockholmer Charta der ICCO (CMS Standards), Code of Ethics der European Association of Communication Agencies (EACA), Selbstbeschränkungskodex des Österreichischen Werberates, Codes of Conduct des Direktmarketingverbandes DMVÖ, Verhaltenskodex des VMÖ (Verband der Marktforscher) nach den Richtlinien von ESOMAR (Europäische Gesellschaft für Meinungs- und Marketing-Forschung) etc.

CSR-Leitfaden „Werbung und Marktkommunikation“
Der CSR-Leitfaden „Werbung und Marktkommunikation“, herausgeben von respACT austria (Unternehmensplattform für Corporate Social Responsibility (CSR) und nachhaltige Entwicklung), baut auf drei Bereichen auf: der wirtschaftlichen, der sozialen und der ökologischen Säule. Selbstverständlich ist es das Ziel jedes Unternehmens, wirtschaftlich auf gesunden Beinen zu stehen und Erfolge einzufahren. Dabei hilft ein verlässliches Netzwerk, bestehend aus Auftraggebern, Banken, Behörden, Kooperationspartnern, Lieferanten und anderen.

Selbsttest: Welcher CSR-Unternehmertyp sind Sie?

Stabile Beziehungen schaffen eine Sicherheit für den Betrieb, daher ist es wichtig, die Bezugsgruppen in seine CSR-Strategie einzubeziehen. Die Basis der sozialen Säule führt in zwei Richtungen: nach innen zu den Mitarbeitern und nach außen in ein soziales Engagement. Die Verantwortung gegenüber dem Personal geht aber über die Einhaltung von gesetzlichen Bestimmungen hinaus. Es zählen die Aus- und Weiterbildung dazu und alle Maßnahmen, die gesetzt werden, um die Motivation der Mitarbeiter und die Identifikation zu erhöhen. Letztendlich hat auch jeder Betrieb einen großen Einfluss auf die ökologische Säule. Denn Beschaffung, Handel, Transport, Verpackung, Abfall haben Auswirkungen auf die Umwelt.

Unternehmensführung
Besonders hervorzuheben sind bei den Aufgaben Unternehmensführung, Maßnahmen zur Erhebung von Qualität und Qualitätskontrolle sowie zur Erhöhung der Transparenz. Weiters zählt die Nutzung lokaler Ressourcen und Produkte dazu, aber auch, ein faires Verhalten gegenüber dem Mitbewerb an den Tag zu legen und sich aktiv darum zu bemühen, wahre Informationen zu verbreiten. Hierzu gehört auch, ethische Grenzen zu wahren und ein aktives Auftreten gegen Korruption zu forcieren. Außerdem ist es wichtig, umweltverträgliche Maßnahmen zu setzen, wie Recycling als Prinzip, Einkauf von umweltverträglichen Produkten und energiesparendes Verhalten oder die Nutzung alternativer Energien bzw. energiesparender Technologien.

Mitarbeiter
Die regionale Wertschöpfung wird erhöht, wenn lokale Arbeitskräfte eingestellt und, sofern möglich, die Maßnahmen zur Lehrlingsförderung ergriffen werden. Wesentlich ist es, Schritte zu setzen, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu forcieren sowie die faire Bezahlung sicherzustellen und ein kreatives Klima im Unternehmen zu schaffen. Gezielte Aktionen zur Steigerung der Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz oder die Förderung von gesunder Ernährung sowie Bereitstellung von Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen runden das Bild ab.

Kunden und Lieferanten
In der Zusammenarbeit mit Auftraggebern gelten insbesondere die Anwendung von fairen Geschäfts-, Vermarktungs- und Werbepraktiken sowie die Beachtung der Vertragstreue-Garantie von Ideenschutz und Urheberrechten. Bei Lieferanten geht es um partnerschaftliches Agieren, die Anwendung von gerechten Geschäftspraktiken sowie die Sicherstellung fairer, nachhaltiger Vertragsbedingungen (z.B. Zahlungsmoral).

Was bringt CSR?
Der wichtigste Erfolg der Wirkung von CSR ist der Reputationsaufbau bzw. der Imagegewinn von Produkten, Marken oder Dienstleistungen gegenüber den Kunden, Kapitalgebern und der Öffentlichkeit. Ein Kreativunternehmen kann sich positiv vom Mitbewerb abheben. Die Kundenbindung wird verstärkt, die Mitarbeiter sind motivierter und identifizieren sich stärker mit ihren Arbeitgebern. In weiterer Folge können qualifizierte Fachkräfte leichter gewonnen und gehalten werden. Wirtschaftliche Risiken werden minimiert, da es um einen verantwortungsbewussten Umgang mit Ressourcen geht und Kostensenkungen erzielt wer-den können. Alle diese Faktoren beeinflussen den Gewinn eines Unternehmens.

Selbsttest: Welcher CSR-Unternehmertyp sind Sie?
Nach rund zehn Minuten ist klar, welchen Zugang jeder Unternehmer persönlich zum Thema CSR hat. Der Selbsttest liefert auch Anregungen, wie ganz speziell noch mehr herausgeholt werden kann.

www.csrleitfaden.at
www.fachverband-werbung.at

 

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